© 2009-2013 Gender - Theorie oder Ideologie?

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- Theorie oder Ideologie?

Gender-Ideologie - eine KurzeinführungWas ist Normativität?Die biologische Dimension unseres Mann- und FrauseinsEin kritischer Blick auf die GeschlechterdebatteWarum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich biologisch bedingt?Die Polarität Mann-FrauDas Pamphlet einer Gender-Forscherin - Sigrid Schmitz dekonstruiert

Die Polarität Mann-Frau

In meinem Text zur biologischen Dimension des Mann- und Frauseins habe ich auf satirische Weise die groteske Faktenblindheit der Gender-Propagandisten dargestellt. Ich bin in die Rolle eines imaginären Gender-Forschers geschlüpft und habe den paranoiden und politisch zweckgerichteten Blick auf die Realität karikiert, der für die Gender-Lehre kennzeichnend ist. Sämtliche offensichtlichen Fakten werden dort geradezu zwanghaft ignoriert, töricht infrage gestellt oder blind denunziert. Die mehr als offensichtlichen Ausprägungen der männlichen und weiblichen Anatomie werden nicht im geringsten zur Kenntnis genommen geschweige denn auf ihre Bedeutung hin untersucht.

Solch eine satirische Darstellung, die mehr dem Zweck dient, für die ausgesprochene Borniertheit von Gender-Forschern zu sensibilisieren, ist freilich nicht jedermanns Sache. Deshalb möchte ich in diesem Artikel noch einmal ganz nüchtern, ohne Polemik die zwingenden und eindrücklichen Fakten über unser Mann- und Frausein darstellen, die sich durch den bloßen Blick auf unsere Anatomie ergeben.

Das alles ist freilich wenig romantisch und trübt ein wenig die unreflektierte Lust und Freude am Erlebnis des anderen Geschlechts.

Schreiten wir zur Tat. Wenn wir die spezifischen Eigenheiten des männlichen und weiblichen Körpers betrachten, so müssen wir uns vor Augen führen, daß diese Merkmale ja nicht vom Himmel gefallen sind, sondern im Laufe einer langen Evolution - schon auf tierischer Ebene angebahnt - entstanden sind. Wir müssen uns also immer fragen: Wie ist diese oder jene Eigenschaft genau entstanden?

Wenn man den männlichen Körper betrachtet, so zeigt sich, daß dieser viele Merkmale besitzt, die ihn für physische Extremsituationen prädestinieren - er ist größer, massereicher, kräftiger, ausdauernder, schmerzunempfindlicher, hat fettigere, dickere Haut, kräftigere Kiefer, mehr Behaarung, einen robusteren Knochenbau, ausgeprägtere Schultern, Knie und Ellenbogen.

Hieraus ergibt sich zwingend, daß Männer in existentiellem Maße und sozusagen hauptamtlich für den Schutz der Sippe gesorgt, weite Entfernungen zurückgelegt, schwere körperliche Arbeiten vollbracht und in Kämpfe mit Tieren und anderen Menschen verwickelt waren. Hätten Frauen auf diesen Gebieten Ähnliches geleistet, so hätten sie heute schlicht eine andere körperliche Konstitution.

Ich komme mir beim Schreiben dieser Zeilen reichlich merkwürdig vor, gleich als ob ich hier nun erkläre, wieviel eins plus eins ist. Im Gender-Zeitalter muß man dies wohl als unausweichlich hinnehmen. Der männliche Körper weist auch noch weitere Besonderheiten auf. So ist das Verhältnis von Oberkörper, Bein- und Armlänge ein solches, das zu besonderen Wurffähigkeiten führt. Die evolutionären und steinzeitlichen Bedingungen der männlichen Existenz zeigen sich also nicht nur in einer puren größeren Kraft, sondern sogar im Verhältnis der Körperproportionen.

Der männliche Körper ist also dafür ausgelegt, genau das zu tun, was Männer seit Jahrtausenden tun und was wir selbstverständlich als männlich ansehen.

Für solch simple Betrachtungen muß man kein Wissenschaftler sein. Man muß nur die Augen öffnen und seinen Verstand benutzen - und darf freilich keine politische Agenda haben, die möglicherweise die Sinne trübt. Gender-Theoretiker scheinen sich nicht besonders für offensichtliche Fakten zu interessieren, sobald diese zu einer vernichtenden Widerlegung ihrer Anschauungen führen.

Aus den gegebenen körperlichen Tatsachen erfolgt ebenfalls zwingend, daß sich Männer besser orientieren können, denn diese Fähigkeit ist unabdingbar für Jagd- und Erkundungstätigkeiten. Man kann auch getrost davon ausgehen, daß die jeweiligen Gruppen von Männern geführt und bei Ortswechseln und Wanderungen geleitet wurden. Der weibliche Körper ist hierfür schlicht weniger geeignet.

Einem Gender-Theoretiker muß man an solchen Stellen immer wieder erklären, daß es sich hierbei um deskriptive Aussagen handelt, daß es also jeder Frau freisteht und freistand, größere Gruppenverbände zu führen, auf die Jagd zu gehen oder massive Werkzeuge herzustellen und zu benutzen. Aussagen über männliche und weibliche Fähigkeiten, Neigungen und Präferenzen haben also keinen normativen Charakter.

Überraschenderweise decken sich diese steinzeitlichen Betrachtungen mit heutigen Untersuchungen über das Orientierungsvermögen und die räumliche Vorstellungskraft der Geschlechter. Interessant ist hier, daß solche Studien zu dem Ergebnis kommen, daß Männer eine bessere abstrakte, geometrische Orientierungsfähigkeit haben, während Frauen sich eher an konkreten Orten und Landmarken orientieren. Nun kann man energisch behaupten, dies sei ja alles kulturell bedingt. Zumindest aber stehen diese Forschungsergebnisse in vollem Einklang mit den Körpermerkmalen von Mann und Frau und den sich daraus ergebenden Tätigkeitspräferenzen.

Eine abstrakt-geometrische Orientierung, die sich an (subjektiven) Himmelsrichtungen ausrichtet, ist besonders in Extremsituationen wie der Jagd oder in unbekanntem Terrain von Bedeutung. Wie geschildert spricht wenig dafür, daß Frauen hier besonders hervorgestochen haben. Die konkrete Orientierung hingegen ist völlig ausreichend, wenn man sich immer wieder am selben Ort aufhält und sich lediglich dort zurechtfinden muß. Zum Beispiel bei der Kinderbetreuung und anderen "häuslichen" Tätigkeiten.

Auf wundersame Weise bestätigen diese Studienergebnisse also unsere Erkenntnisse durch die Analyse des männlichen und weiblichen Körperbaus. Und ganz obendrein entsprechen diese Betrachtungen auch auf frappierende Weise unserem intuitiven Empfinden von Männlichkeit und Weiblichkeit. Es fühlt sich völlig natürlich an. Wir sind also auf dem richtigen Weg.

Da diese Ausführungen für Gender-Theoretiker eine Zumutung darstellen, werden sie nun freundlich darauf hinweisen:

Ja, das mag ja alles sein, daß männliche und weibliche Körper diese evolutionsbiologische Geschichte haben. Aber woher will man wissen, daß sich diese Dinge auf fundamentale Weise in der Mentalität der Geschlechter niedergeschlagen haben, also eine nichtkulturelle Basis des Mann- und Frauseins bilden?

An dieser Stelle geben wir dem Gender-Theoretiker zu verstehen, daß Männer und Frauen über die gesamte Menschheitsgeschichte deutlich gegensätzliche und sich ergänzende Präferenzen gehabt haben und daß dies auch heute noch in modernen Gesellschaften der Fall ist. Dies ist ja zunächst ein recht eindrückliches Faktum, daß auf gewisse basale Momente unserer Geschlechtlichkeit hindeutet.

Hierauf wird der geneigte Gender-Forscher nun antworten:

Gewiß, aber dies kann "genauso gut" auch eine vor 9430 Jahren weltweit eingeführte "Geschlechterordnung" bewirkt haben.

Wir haben vollstes Verständnis für diese Mutmaßung und erklären dem Gender-Menschen jetzt nachdrücklich Folgendes: Wenn bestimmte anatomische Merkmale im Laufe der Evolution entstehen und sich fortwährend erhalten, so bedeutet dies, daß zwingend auch die mentalen Veraussetzungen in den Geschlechtern verhanden gewesen sein müssen, damit diese auch tatsächlich kontinuierlich unterschiedlichen Neigungen folgen und typische Tätigkeitsbereiche ausfüllen.

Wäre dem nicht so - wären also die Geschlechter mental völlig frei, daß zu tun, was sie möchten -, so hätte es jedem Mann und jeder Frau freigestanden, aus der Reihe zu tanzen. Frauen wären den Männern gleich auf die Jagd gegangen, hätten Reviere abgesteckt, Männer sich der Kindererziehung gewidmet.

In einer solchen Situation hätten sich aber kaum spezifische körperliche Merkmale von Männern und Frauen ausdifferenziert. Wir müssen also einem jeden Gender-Theoretiker mitteilen, daß körperlich-anatomische Unterschiede zwingend Mentalitätsunterschiede bedingen - und umgekehrt. Mentale und körperliche Spezialisierung sind natürlich zwei Seiten derselben Medaille.

Ein Selektionsdruck, der zum Beispiel zu einer geringeren Schmerzempfindlichkeit von Männern führt, läßt sich also nicht dadurch erklären, daß Männer mal eben völlig kontingent und aus freier Entscheidung über Jahrhunderttausende bewußt mehr Risiko eingingen, Kämpfe austrugen und diverse Gefahren auf sich nahmen und Frauen sich genauso frei für anderes entschieden. Dies wäre sicherlich eine schöne Vorstellung für jemanden, der Gleichberechtigung mit Gleichheit gleichsetzt - und der sich wünscht, daß die Geschlechter heute ihren "tradierten Rollen" entsagen. Leider wäre diese Sichtweise eine äußerst unzureichende Erklärung für die Ausdifferenzierung des männlichen und weiblichen Körpers.

Solch ein völlig absurdes und jeglicher Rationalität fernes Denken ist unter Gender-Theoretikern aber durchaus normal. Oder noch treffender ausgedrückt: Sie interessieren sich einfach nicht für biologische Erklärungspotentiale oder tun geradewegs so, als gäbe es keine Biologie.

Es läßt sich also nicht leugnen, daß auch mentale Unterschiede von Mann und Frau evolutionsbiologisch entstanden sind. Eine körperliche Spezialisierung wäre anders gar nicht möglich gewesen.

Leider bin ich bei den zurückliegenden Äußerungen wieder einem gewissen Spott verfallen. Man muß sich aber klarmachen, daß in der Gender-Kultgemeinde nicht das geringste Interesse daran existiert, biologische Einfachsttatsachen anzuerkennen und zu integrieren. Zudem wird klar, daß quasi normale Schulkenntnisse aus dem Biologieunterricht über die Evolutionstheorie nicht vorhanden sind. Es ist fast so, als leugneten Gender-Theoretiker die Evolution und die Gewordenheit des Lebens auf diesem Planeten.

Die Polarität des Mann- und Frauseins ist selbstverständlich nur eine relative. Das heißt, sämtliche menschlichen Eigenschaften finden sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen, nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. Man kann sich denken, daß es in prähistorischen Zeiten keine absolute Arbeitsteilung gab, sondern daß die Dinge so erledigt wurden, wie sie kamen. Es gab also eine gewisse Kontingenz und Überschneidung der Tätigkeiten, die zum Lebenserhalt notwendig waren. Oder anders ausgedrückt: Auch Frauen mußten ein Mindestmaß an physischer Intelligenz, Männer ein Mindestmaß an psychischer Intelligenz vorweisen. Ein Zusammenleben der Geschlechter geschweige denn ein gegenseitiges Verstehen wären anders kaum denkbar.

Es ergibt sich also auch aus evolutionsbiologischer Perspektive wie von selbst, daß die Geschlechter nur eine relative Spezialisierung ihrer Fähigkeiten erfuhren, da eine zu hohe Abgrenzung schlicht die Überlebenschancen deutlich verringert hätte. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist sowohl eine völlige oder annähernde Gleichheit der Geschlechter unwahrscheinlich als auch eine übertriebene Unterschiedlichkeit.

Physische und psychische Intelligenz sind die Begriffe, die nach meinem Dafürhalten am besten die spezifische Eigenart von Mann und Frau beschreiben. Physische Intelligenz ist notwendig, um objektive, dingliche Zusammenhänge verstehen und beurteilen zu können. Dies sind z.B. einfache mechanische Funktionsweisen von Waffen, Werkzeugen oder Naturvorgängen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen, mit denen sich Objekte im Raum bewegen, z.B. bei der Jagd, bei der Gefahrenabschätzung, beim Werfen von Gegenständen. Physische Intelligenz ist notwendig, um sich im Raum unabhängig von Landmarken orientieren zu können. Kurzum der gesamte "technisch-objektive" Lebensbereich kann umso besser bewältigt werden, je höher die physische Intelligenz eines Menschen ist.

Der genau entgegengesetzte und komplementäre Bereich der objektiven Sphäre ist die Welt der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier bringt physisches Knowhow wenig bis gar nichts. Denn menschliche Lebewesen haben eine Seele. Sie sind keine Steine. Sie sind wie du und ich. Die Fähigkeit des Mitempfindens, der Empathie, der Kommunikation und der Einfühlung könnte man auch kurz und knapp als "psychische Intelligenz" bezeichnen. Wie durch ein Wunder ist diese Fähigkeit besonders statthaft für Frauen, da diese Kinder gebären. Kinder sind bekanntlich sehr sensible, verletzliche, liebes- und kommunikationsbedürftige Wesen.

Daß Frauen überwiegend für die Kinderbetreuung zuständig waren, ergibt sich u.a. zwingend aus deren geringerem körperlichen Potential. Die anstrengenderen und existentielleren Aufgaben wurden schlicht von Männern erledigt. Wäre dem nicht so gewesen, hätten Männer und Frauen nicht solch unterschiedliche Körper. Es ist ja nicht so, daß wir hier triumphal ein außerordentliches Mysterium aufklären und lüften müßten. Das körperliche Profil von Mann und Frau entspricht zufällig genau dem "kulturellen Profil" von Mann und Frau, daß uns selbstverständlich und seit Jahrtausenden geläufig ist.

Und es ist ja auch nicht so, daß die Feststellung, Frauen hätten sich überwiegend um die Kinder gekümmert, in exorbitantem Widerspruch zu der Tatsache stünde, daß Frauen Kinder gebären und sie im ersten Lebensjahr mit Muttermilch versorgen. Wir können also feststellen, daß unsere Betrachtungen nicht allzu bahnbrechend sind.

Überraschenderweise verfügen Frauen über eine wesentlich hellere Stimme als Männer. Sie können also besser von kleinen Kindern gehört werden. Die dunklere und kräftigere Stimme von Männern scheint besser für Lebensbereiche geeignet zu sein, die durch Konkurrenz, Gefahr und Extremsituationen geprägt sind.

Frauen verfügen ebenfalls über einen besseren Geschmackssinn, so daß Produkttester fast ausschließlich auf Frauen setzen, wenn es darum geht, Geschmacksurteile zu fällen. Wofür mag diese Fähigkeit wohl gut sein? Auch hier liegt nahe, daß im Laufe der Evolution solche Kinder bessere Überlebenschancen hatten, deren Mütter besonders sicher in der Beurteilung der Güte und Gefahrlosigkeit von Nahrungsmitteln waren.

Wo man hinschaut, belegen die körperlichen Ausprägungen von Mann und Frau, daß das, was wir unter Männlichkeit und Weiblichkeit verstehen, keineswegs "kulturell" bedingt ist, sondern ein ewiges biologisches Fundament darstellt. Der männliche und weibliche Körper ist ein schlagender Beweis für die gegensätzliche und komplementäre Ausrichtung von Mann und Frau.

Natürlich interessiert es Gender-Theoretiker nicht die Bohne, wie die anatomischen Unterschiede von Mann und Frau entstanden sein mögen und was sich daraus schließen läßt. Gender-Theoretiker haben auch keinerlei Interesse, andere Erkenntnisse biologischer Forschung in ihre Anschauungen zu integrieren. Beispielsweise, daß Frauen mit "androgenitalem Syndrom" - einer erhöhten Testosteronproduktion - aggressiver, rabaukiger sind und sich besser orientieren können. Solcherlei Untersuchungen gibt es unzählige.

Man muß sich also klarmachen, daß Vertreter des Gender-Milieus eine Art Vogel-Strauß-"Wissenschaft" betreiben und systematisch Erkenntnisse anderer Wissenschaften leugnen geschweige denn mal ihren gesunden Menschenverstand anstrengen, was die Anatomie von Mann und Frau betrifft.

Mir persönlich erscheint es fast absurd, in diesem Text und auf dieser Internetseite wortreich das völlige Desinteresse an neutraler und nicht politisch grundierter Forschung zu belegen, wie es für das Gender-Soziotop typisch ist. Wie beklemmend dumm und angepaßt müssen Politiker und die Beteiligten des Universitätsbetriebes sein, daß sich solch ein Irrsinn im Staate und in der Wissenschaft ungehindert ausbreiten kann?

In unserer Alltagserfahrung von Männlichkeit und Weiblichkeit stellen wir fest, daß Männer aggressiver sind, Frauen hingegen ängstlicher. Ein Gender-Theoretiker würde uns hier nun mit einem gewissen aufklärerischen Habitus mitteilen, daß dies "gesellschaftliche Konstrukte" des Männlichen und Weiblichen seien, mithin Erwartungen, die an uns gerichtet seien.

Nun gut. Immerhin haben Männer einen Körper, der wesentlich besser zur Verteidigung seiner selbst und seiner Angehörigen taugt, der nebenbei auch noch weniger schmerzempfindlich ist. Es stünde solch einem Körper also nicht schlecht, wenn er auch über ein entsprechendes Aggressionspotential verfügen würde. Zudem hätte sich der männliche Körper evolutionär nie so entwickeln können - wenn er nicht, wie zuvor erläutert, über eine entsprechende mentale Orientierung verfügt hätte, wenn es hierfür keinen entsprechenden Selektionsdruck gegeben hätte.

Für den schwächeren weiblichen Körper ist es hingegen von Vorteil mit einem höheren Maß an Vorsicht ausgestattet zu sein, da sich eine Frau im Fall des Falles weniger gut verteidigen kann und noch dazu möglicherweise ihr Kind schützen muß. Ein höheres Angstpotential von Frauen dient also dem Überleben.

Wie man sieht, sind all unsere körperlichen Besonderheiten darauf ausgerichtet, möglichst gut das Überleben des Einzelnen und der Gemeinschaft zu sichern. Es handelt sich bei unseren Ausprägungen also nicht um Defizite oder dergleichen, sondern um spezifische Talente und Profile, die im Zusammenspiel mit dem Partner das Beste "herausholen".

Allgemein kann man also konstatieren, daß Frauen insgesamt sensibler, ängstlicher, feinfühliger und emotionaler sind, Männer hingegen das genaue Gegenteil: Sie sind robuster, aggressiver, weniger empfindsam und intellektueller.

Intellektuelle Fähigkeiten sind wichtig, um physisch-objektive Zusammenhänge verstehen zu können. Man kann die Funktionsweise eines Rades, eines Speeres, des Feuermachens, von Werkzeugen und Naturabläufe nicht durch Einfühlung verstehen.

Emotionale Fähigkeiten sind wichtig, um das Befinden eines kleinen Kindes und allgemein seiner Mitmenschen verstehen zu können. Einfühlungsvermögen und Empathie sind enorm wichtig für ein Kind in noch nicht sprachfähigem Alter. Auch die herausragendsten intellektuellen Fähigkeiten helfen uns nicht, uns in dieser Hemisphäre des Lebens zurechtzufinden.

Sprachliches Talent und Interesse sind übrigens auch nicht verkehrt, wenn man ein kleines Baby zu versorgen hat, das sich noch nicht artikulieren kann.

Beim Schreiben dieser Zeilen muß ich mich erneut fragen: Was tue ich hier eigentlich? Ich erkläre hier einigen Personen, die aus unerfindlichen Gründen das Ideal der Gleichberechtigung mit einer völligen Gleichheit von Mann und Frau gleichsetzen, etwas, das in Äonen der Menschheitsgeschichte niemanden hinter dem Ofen hervorgelockt hätte. Und was ist der Lohn für diese Mühe? Man darf sich nun als "rechts", "antifeministisch" oder "neokonservativ" bezeichnen lassen. Ein schönes Prädikat, das in diesem Zusammenhang ausgesprochen wird, ist auch "traditionelle Rollenbilder affirmierend".

Ich affirmiere mit diesen Zeilen also bestimmte "Rollenbilder" für Männer und Frauen. Vielleicht gefallen diese rein deskriptiven Aussagen einigen Gender-Apologeten einfach nur nicht. Von mir aus dürfen Männer und Frauen tun und lassen, was sie wollen. Vielleicht sollte man hochgradig geisteswissenschaftlich gebildeten Gender-Theoretikern den Unterschied zwischen den beiden kleinen Wörtern "normativ" und "deskriptiv" erklären. Hier scheint es Verständnisdefizite zu geben.

Gänzlich absurd wird mein Unterfangen, die Polarität von Mann und Frau darzustellen, wenn man sich den verschiedenen Gesichtszügen von Mann und Frau zuwendet und zu erklären versucht, wie diese wohl entstanden sein mögen.

Was haben Gender-Theoretiker hier überhaupt für Erklärungsansätze? Interessieren sie sich dafür, wenn sie doch so sehr für Geschlechterfragen zu erwärmen sind? Es wäre einmal lustig, in einem direkten Disput einen Gender-Vertreter zu fragen, wie er sich erklärt, daß Mann und Frau überhaupt unterschiedliche Gesichtszüge haben.

Man würde dann vermutlich nur unverbindliches Blabla zu Gehör kriegen und den freundlichen Hinweis, daß man doch von "so etwas" nicht auf ein Wesen von Mann und Frau schließen könne. Und daß ja sowieso das Gehirn ganz plastisch sei und sich nicht von Körperbau oder Gesichtszügen einschüchtern lasse.

Mir persönlich ist es ein Rätsel, wie solche Personen überhaupt im wissenschaftlichen Betrieb und im öffentlichen Disput "überleben" können. Wenn angebliche Wissenschaftler also völlig indifferent gegenüber einer äußerst potenten Erklärungsdimension - der Biologie - sind.

Zufälligerweise sprechen die männlichen und weiblichen Gesichtszüge genau die gleiche Sprache wie die körperliche Restanatomie. Sie fügen sich völlig problemlos in das Bild, das wir bereits bezüglich der Körperunterschiede gezeichnet haben. Die primäre Orientierung der Frau zum Nachwuchs, die sich bereits durch den Körperbau zwingend ergibt, wird durch die weicheren, zarteren und freundlicheren Gesichtszüge vollauf bestätigt. Denn Freundlichkeit und Zuneigung sind das, was ein Kind vor allem benötigt. Hat die Evolution also ganz ordentliche Arbeit geleistet.

Und was bleibt vom Manne übrig? Dieser hat vor allen Dingen ein Leben in Konkurrenz, in körperlichen Extremsituationen geführt. Er hat in erster Linie physisch anspruchsvolle Arbeiten erledigt und ist deshalb beispielsweise stärker am Bereich der Technik oder Geografie interessiert. Hiervon legt der männliche Körper Zeugnis ab. Die männlichen Gesichtszüge sind weniger zart und ernster. Aggressionen, Zielstrebigkeit und Abgrenzung lassen sich damit besser zum Ausdruck bringen. Laut Untersuchungen suchen Männer auch weniger den Blickkonktakt zu anderen Menschen als Frauen. Dies ist nicht verwunderlich angesichts der stärkeren Sachorientierung von Männern und der Tatsache, daß sie keine Kinder bekommen. Kurzum, die Gesichter von Männern und Frauen zeigen, daß der eine Teil der Menschheit vor allem sachbezogen ist, während der andere Teil eher personenbezogen ist.

Die hier gezeichneten Portraits des Wesens von Mann und Frau entsprechen ganz zufällig den Bildern, die sich die Menschen seit Anbeginn der Zivilisation von unserer Geschlechtlichkeit machen. Auch in modernen Gesellschaften, die den Traditionalismus und diverse Einschränkungen im Geschlechterleben überwunden haben, gibt es ein klares Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit.

Wenn wir vom unterschiedlichen Wesen von Mann und Frau sprechen, so ist zu betonen, daß es sich hierbei natürlich nur um relative Unterschiede handelt. Weder sind Frauen intellektuelle Dummköpfe noch sind Männer emotional schwer von Begriff. Die Spitzenleistungen auf den jeweiligen Gebieten werden aber ausschließlich von einem Geschlecht erbracht. Männer haben einfach eine stärkere Basis, was intellektuelle Fähigkeiten betrifft, Frauen, was emotionale Fähigkeiten betrifft.

In unserer neurotischen Zeit werden solche Gegenüberstellungen schnell zum Anlaß genommen, darüber zu klagen, daß das eine oder das andere Geschlecht nun als defizitär oder weniger wert dargestellt wird. Man landet schnell bei einem Besser-und-schlechter-Denken, weil man das große Ganze aus dem Blick verloren hat: Die Sinnhaftigkeit und Totalität des Männlichen und Weiblichen. Es gibt also genau genommen gar kein "schlechter" und "besser", da Männer und Frauen in ihrem spezifischen Sosein idealtypisch einfach für zwei fundamentale Hemisphären des Lebens stehen - und hierfür bestens angepaßt sind.

Sowohl ausgefeilte Analysen, Studien und Experimente darüber, welcher Art die unterschiedlichen Fähigkeiten und Talente der beiden Geschlechter wohl sein mögen, als auch die ausgesprochene Vergleichs- und Konkurrenzrhetorik in der Geschlechterdiskussion sind ein neurotisches Symptom unserer Zeit, in der uns die Selbstverständlichkeit, Sinnhaftigkeit und Ganzheitlichkeit des Männlichen und Weiblichen verlorengegangen sind.

Unser Mann- und Frausein werden in hunderte Einzelsegmente zersplittert, analysiert, verglichen und gegeneinander aufgewogen - obwohl wir gewissermaßen "unvergleichlich" sind. Diese Herangehensweise ist möglicherweise auch ein Nebeneffekt des einseitig naturwissenschaftlichen, materialistisch-reduktionistischen Paradigmas, in dem sich die Menschheit derzeit befindet. Sicherlich trägt auch der feministische Chauvinismus seinen Teil dazu bei, der Männer nur als Verlierer, Täter, unreif oder zurückgeblieben kennt.

Es täte uns also gut, wenn wir Mann und Frau wieder als einzigartige, "alternativlose" Einheiten verstehen würden, die sich gegenseitig ausschließen. Im Gender-Zeitalter gewiß ein schwieriges Unterfangen.

Nach den zurückliegenden Betrachtungen können wir also schlußendlich konstatieren, daß es zwar durchaus sein könnte, daß vor ca. 9432 Jahren "die Geschlechterordnung" einsetzte und fortan festlegte, was als männlich und weiblich zu gelten hat, wie dies die Freiburger Gender-Professorin Sigrid Schmitz vertritt - deren Traktate nebenbei gesagt eine Zumutung für jeden denkenden Menschen sind.

Ganz ausschließen wollen wir die biologische Erklärungsmöglichkeit dennoch nicht.

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