© 2009-2015 Gender - Theorie oder Ideologie?

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- Theorie oder Ideologie?

Gender-Ideologie - eine KurzeinführungWas ist Normativität?Die biologische Dimension unseres Mann- und FrauseinsEin kritischer Blick auf die GeschlechterdebatteWarum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich biologisch bedingt?Die Polarität Mann-FrauDas Pamphlet einer Gender-Forscherin - Sigrid Schmitz dekonstruiert

Warum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich
biologisch bedingt?

In diesem Artikel möchte ich noch einmal ausführlich den Begriff der Geschlechtlichkeit analysieren, da das Verständnis dieses Begriffes von entscheidender Bedeutung ist, um die Irrungen und Wirrungen von Gender-Ideologen und die allgemeine Konfusion bezüglich dieses Themas nachvollziehen zu können. Gender-Theoretiker haben sich des Begriffs der Geschlechtlichkeit bemächtigt und propagieren eine mehr oder minder starke Relativität selbiger, um ihre Heilsvorstellungen in die Welt zu tragen. Die Frage ist nur, ob eine Relativität der Geschlechtlichkeit überhaupt möglich ist.

Eigentlich ist das Wichtigste hierzu bereits in meinem Text über die Geschlechterdebatte gesagt. Dennoch möchte ich diesen Begriff noch einmal ausführlich auseinandernehmen, da im allgemeinen eine große Naivität diesbezüglich vorherrscht und viele Menschen sich blenden lassen von den neunmalklugen Ausführungen, dem Theoretizismus der Gender-Gemeinde. Dies betrifft offenbar auch sämtliche Akademiker, von denen man eigentlich erwarten dürfte, daß sie die grundsätzlichen Voraussetzungen und Begriffssysteme der Gender-Ideologie konsequent hinterfragen und einer wissenschaftlichen Kritik unterziehen.

Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang lautet: Worüber sprechen wir eigentlich bei dem Begriff der Geschlechtlichkeit? Was bedeutet dieser? Was tun Gender-Theoretiker damit?

Im allgemeinen verlieren wir kein Wort über die Bedeutung dieses Begriffs, sondern stürzen uns sogleich auf biologische oder kulturelle Erklärungsmöglichkeiten, ohne darüber nachzudenken, was wir eigentlich erklären wollen. Wir interessieren uns also für die eine oder andere Erklärungskategorie.

Die Frage ist nun, ob es überhaupt eine Alternative gibt. Haben wir hier eine Wahl? Ist es überhaupt möglich, das, was wir Geschlechtlichkeit nennen, kulturell zu erklären? Kann es sein, daß diese Möglichkeit schon begrifflich gar nicht gegeben ist, sondern nur ein Hirngespinst von Gender-Okkultisten darstellt? Dies ist die entscheidende Frage, die leider nie gestellt wird und die zu einem kläglichen Einsturz des Gender-Kartenhauses führen würde.

Wie schon in meinem Ursprungstext ausgeführt, befassen wir uns beim Begriff Ge- schlechtlichkeit nicht mit etwas kulturell Variablem, das mal so oder so ist, sondern mit der essentiellen Tatsache, daß es zur Fortpflanzung eines Mannes und einer Frau bedarf.

Diese beiden sind unabdingbar für den Vorgang des Zeugens von Nachkommen. Für genau diese Ausschließlichkeit des Mann- und Frauseins und ihre Bedeutung für die Fortpflanzung der Menschheit haben wir uns den Begriff "Geschlecht" ausgedacht. Diese simple Tatsache wird leider allzu häufig in der gegenwärtigen Debatte vergessen. Ein Geschlecht ist nicht ohne das andere zu denken und beide bilden eine Einheit. Eine wenn man so will "komplementäre, dynamische Einheit". Ein Geschlecht, das kein komplementäres Gegenüber hat und mit diesem Kinder zeugen kann, ist also als solches gar nicht denkbar und der Begriff hier sinnlos. Ein Geschlecht impliziert immer ein anderes geschlechtliches Gegenüber, und beide sind eine Fortpflanzungsgemeinschaft.

Andere "Geschlechter" kann es also gar nicht geben - es sei denn man verabschiedet sich mutwillig vom eigentlichen Sinn des Begriffes. Wir kommen hier wieder zu dem Punkt, an dem man sich fragen muß, wie ein Mensch mit universitärer Ausbildung, mit Promotion, möglicherweise habilitiert, diese elementaren Zusammenhänge nicht begreifen kann und meint, man könne den Begriff Geschlecht auch irgendwie anders definieren.

Viele Gender-Theoretiker sind selbst lesbisch bzw. homosexuell, auch transsexuell. Was haben diese Menschen für eine Motivation, wenn sie Forschung betreiben und ihre Auffassungen in Theorien zu kleiden versuchen? Woran liegt es, daß diese Menschen nicht in der Lage sind, die einfachsten biologischen Zusammenhänge zu verstehen, zielstrebig jede begriffliche Rationalität ignorieren? Wie ist es um das wissenschaftliche Ethos dieser Menschen bestellt, wenn sie sich konsequent weigern, die Bedeutung des Begriffs Geschlecht zur Kenntnis zu nehmen, und ihn für ihre Zwecke willkürlich verformen und mißbrauchen?

Hat dies vielleicht etwas mit ihren persönlichen Lebensumständen zu tun, mit ihren politischen Vorstellungen? Was ist der Grund, warum sich eine Professorin wie Judith Butler, deren Lektüre regelrechte Beklemmungszustände auslösen kann, mit ihren Schriften für's Irrenhaus empfiehlt?

Auch Homosexuelle sind entweder männlichen oder weiblichen Geschlechts. Auch sie haben eindeutig männliche oder weibliche Geschlechtsorgane. Wenn diese ein eigenes "Geschlecht" bilden sollten, wieso haben auch sie die gleichen komplementären Geschlechtsorgane wie Mann und Frau und können damit Nachkommen zeugen? Wieso haben sie nicht im Laufe der Evolution spezifische "Geschlechtsorgane" entwickelt, die nur für sie typisch sind? Was ergibt es für einen Sinn, hier von einem eigenen "Geschlecht" zu sprechen?
Möchten sich Homosexuelle hier noch einmal "vergewissern" und sich "bestätigen", daß sie ihre natürliche Sexualität verleugnen können und alles bei ihnen mit rechten Dingen zugeht, mithin "wissenschaftlich" bestätigt ist? Liegen hier politische und subjektiv begründete Interessen zugrunde, wenn für manche Gender-Forscher Homosexuelle ein eigenes "Geschlecht" repräsentieren, sie also quasi "gleichgestellt" sind und nun davon erlöst sind, sich unangenehme Gedanken machen zu müssen über eine mögliche pathologische Ursache ihrer sexuellen Empfindungen?

Auch Transsexuelle kommen eindeutig als Mann oder Frau zur Welt, auch sie haben entsprechende Geschlechtsorgane. Wenn ein Erwachsener zu dem Schluß gelangt, er möchte gerne das Geschlecht wechseln, so sehnt auch er sich nach einem spezifischen Geschlecht, das er nun annehmen möchte.

Was rechtfertigt es in diesen Fällen von etwas anderem zu sprechen als von Männern und Frauen? Warum haben sämtliche dieser Menschen eine typisch weibliche oder männliche Anatomie? Die "Zweigeschlechtlichkeit" ist auch hier das selbstverständliche und erklärende Bezugssystem.

Auch sogenannte Intersexuelle stellen diesen Bezugsrahmen nicht infrage. Auch bei ihnen sah die Natur vor, daß sie im Mutterleib zu männlichen oder weiblichen Babys heranreifen. Die Natur hat sich bei diesen Menschen nicht vorgenommen, ein drittes "Geschlecht" zu erschaffen, noch ergibt dieser Gedanke irgendeinen evolutionsbiologischen Sinn. Welchem Selektionsdruck verdankt sich dieses dritte Geschlecht? Welchem Selektionsdruck verdankt sich die Homosexualität? Wie wären diese Phänomene seriös evolutionsbiologisch plausibel zu machen?

Intersexuelle sind das tragische Ergebnis einer Fehlbildung im Mutterleib. Sie sind nicht eindeutig zu einem Jungen oder Mädchen herangereift. In was für einem geistigen Zustand muß man sein, um ein solches Phänomen, das weniger als 0,1 Prozent der Menschen betrifft, zum Anlaß zu nehmen, um die Existenz und evolutionsbiologische Sinnhaftigkeit eines "dritten" Geschlechts zu postulieren?

Es ist immer wieder empörend mitzuerleben, wie wenig sich Gender-Theoretiker mit solch falsifizierenden Fragestellungen konfrontieren. Es ist fast schon widerlich, die geistige Korruptheit und ideologische Verblendung dieser Menschen zu studieren, deren politische und selbstlegitimatorische Bestrebungen, kurz: deren Gutmenschentum, ohne Schwierigkeit zu erkennen sind. Wir sprechen hier von Universitätsgelehrten, die nicht den geringsten Schneid besitzen, ihre Konstruktionen und Anschauungen unerbittlich und bedingungslos zu hinterfragen, wie sich dies für einen seriösen Wissenschaftler gehört. Es ist leicht zu beobachten, wie die Gender-Gemeinde ureigentlich politische Ziele verfolgt und ihre wissenschaftliche Tätigkeit diesen nachgeordnet ist bzw. die politische Agenda mehr oder weniger unbewußt das Denken und Handeln beeinflußt.

Vor diesem Hintergrund ist es immer wieder ein absurdes Schauspiel, wenn Gender-Theore- tiker diese leicht nachweisbare Haltung zwanghaft ihren Kritikern vorwerfen - ohne den geringsten Beleg. Gender-Forscher werfen also ständig mit dem Vorwurf der "Instrumentalisierung von Wissenschaft" um sich, obwohl nichts deutlicher auf sie selbst zutrifft.

An dieser Stelle sei noch einmal auf den homosexuellen "Gender"-"Forscher" Heinz-Jürgen Voß verwiesen, der dieser Tage Karriere macht im Wissenschaftsbetrieb. Er gehört zu den Menschen, die meinen, es seien auf biologischer Ebene nicht eindeutig zwei Geschlechter feststellbar. Er ist ebenso der Auffassung, daß Intersexuelle ein drittes Geschlecht repräsentierten, in voller Kenntnis der Häufigkeit dieser Fehlbildung und in voller Kenntnis darüber, daß diese Intersexuellen ursprünglich als Junge oder Mädchen das Licht der Welt erblicken sollten. Und nicht zu vergessen: Es handelt sich bei diesem "Wissenschaftler" um einen ausgebildeten Biologen.

In den bisherigen Ausführungen ging es vor allem um eine Extremform von "Morbus gender", nämlich die Auffassung, daß es mehr als zwei Geschlechter gebe bzw. daß eine Geschlechtlichkeit als solche gar nicht feststellbar sei, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt darstelle.

Nun wenden wir uns einer schwächeren und gleichwohl sehr weitverbreiteten Ausprägung von "Morbus gender" zu, nämlich der Vorstellung, daß es zwar zwei Geschlechter gebe, daß unsere Geschlechtlichkeit als solche aber mehr oder weniger starken kulturellen Einflüssen unterworfen sei. Beide Formen von Morbus gender hängen eng miteinander zusammen und der Übergang ist fließend, da es nicht weit von dieser Vorstellung ist zu der Überzeugung, daß unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich kulturell bedingt ist. Und von dort ist es wiederum nur ein Katzensprung zu der Auffassung, daß es gar keine Geschlechter gebe bzw. eine Geschlechtlichkeit gesellschaftliche Fiktion sei.

Diese schwache Form von Morbus gender gehört zum gesellschaftlichen Mainstream, existiert also unabhängig von der Gender-Ideologie. Es ist allgemein akzeptiert, daß unsere "Geschlechtlichkeit" zu einem gewissen Grad biologisch bedingt ist und zu einem gewissen Grad kulturell. Dies wird nirgends infrage gestellt und stellt einen Konsens dar. Man ist also der Auffassung, Geschlechtlichkeit als solche könne kulturell bedingt sein.

Die Beschäftigung mit dieser Frage ist der eigentliche Gegenstand dieses Artikels, da hier das tatsächliche Problem der gegenwärtigen Geschlechterdebatte liegt.

Kein vernünftiger Mensch zweifelt daran, daß wir in unserer Individualität und Entwicklung verschiedensten gesellschaftlichen Einflüssen unterworfen sind. Die Frage lautet nun, warum ausgerechnet unsere Geschlechtlichkeit solchen Einflüssen unterliegen soll. Ist unsere Geschlechtlichkeit identisch mit unserem Menschsein als ganzem? Was macht es für einen Sinn, unsere vielfältige Variabilität am Moment der Geschlechtlichkeit festzumachen? Warum verbinden Gender-Theoretiker die Frage unserer individuellen Freiheit so rigoros mit der Dimension der Geschlechtlichkeit?

Wir leben im Zeitalter des "Sexismus". Das heißt überspitzt formuliert, daß sämtliche gesellschaftlichen Probleme auf die Kategorie Geschlecht gemünzt werden. Alles und jedes muß sich diesem Blick unterziehen und es werden ständig Korrelationen diesbezüglich hergestellt. "Sexismus" hat hier die eigentliche Bedeutung des Wortes: Die Überbewertung der Geschlechtsdimension.

Wir sind also dermaßen auf die Kategorie Geschlecht fixiert, daß wir übersehen, daß diese nur einen Teil unseres Menschseins ausmacht. Das Problem liegt darin, daß die Kategorie Geschlecht zeitgeistkonform ins quasi Unermeßliche aufgebläht wird und man so tut, als hinge unsere Freiheit von einer Relativität der Geschlechtlichkeit ab. Im allgemeinen wird dieser Begriff so gebraucht, als sei damit unser Menschsein als ganzes gemeint und nicht bloß eine spezifische Qualität desselbigen - die immer gleich bleibt, trotz aller sozialen und individuellen Veränderlichkeit.

Wenn wir von unserem Mann- und Frausein sprechen, so meinen wir damit eigentlich bestimmte von der Natur mitgegebene Voraussetzungen, insbesondere die Fähigkeit zur Fortpflanzung, die unweigerlich biologisch vorbestimmt sind und sein müssen. Mehr nicht.

Wir sprechen von bestimmten konstanten männlichen und weiblichen Eigenschaftsgewichtungen, die unabhängig von individuellen und kulturellen Einflüssen immer gewährleistet sind und existieren. Niemand zweifelt daran, daß er einen Mann und eine Frau aus jedem Menschheitszeitalter und jeder Kultur als solche erkennen und im Falle der Gegengeschlechtlichkeit sexuell anziehend finden würde. Das ist Geschlechtlichkeit. Unser konstantes, biologisch abgesichertes Mann- und Frausein - fern jeder kulturellen Dimension.

Wir sprechen also von bestimmten psychischen und physischen Aspekten unseres Menschseins.

Männer haben beispielsweise ein höheres Aggressionspotential, Frauen ein höheres Angstpotential. Dazu braucht man keine wissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen. Dies ergibt sich bereits aus dem männlichen und weiblichen Körperbau und den jeweiligen Gesichtszügen. Hierzu muß man natürlich gewillt sein, die zwingenden Schlußfolgerungen zu ziehen, die sich aus einer evolutionsbiologischen Betrachtung der Geschlechteranatomie ergeben.

An dieser Stelle muß man sich als Normalmensch in die paranoide Haltung eines Gender-Theoretikers oder einer Feministin hineinversetzen, die bei solchen Zeilen nur Bahnhof verstehen, sofort auf Delegitimationskurs schwenken und wild mit Begriffen wie "Biologismus" und "Sexismus" um sich werfen sowie ein "traditionelles Rollenverständnis" monieren. Es liegt für diesen Menschenschlag außerhalb jeglicher Reichweite, solche Gedankengänge vorbehaltlos zu prüfen und deren Schöpfern nicht irgendwelche bösen Absichten zu unterstellen.

Hier sei also noch einmal erklärt, daß der männliche Körper mit seiner geringeren Schmerzempfindlichkeit, größeren Rustikalität irgendwie entstanden sein muß. Das gleiche gilt für die Gesichtszüge und den Körperbau von Frauen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß Anhänger der Gender-Theorie dazu in der Lage sind, neben diesen harten Fakten auch die Tatsache zu ignorieren, daß das Verhältnis von Aggressions- und Angstpotential sich in der gesamten Menschheitsgeschichte abbildet, auch bei vielen nahen Verwandten im Tierreich feststellbar ist und außerdem auch unserem heutigen subjektiven Empfinden von Männlichkeit und Weiblichkeit entspricht.

Da wir auch im Zeitalter von Feminismus und Philogynie leben: Das höhere Aggressionspotential von Männern kann dazu dienen, Leben zu retten und sich gegen Ungerechtigkeit einzusetzen, also durchaus segensreich eingesetzt werden. Ebenso kann man einem Kind mit übertriebener Sorge und einem "Helfersyndrom" großen Schaden zufügen, es seelisch ersticken. Es handelt sich bei den männlichen und weiblichen Profilen um neutrale, lebensdienliche Potentiale. Sonst wären sie im Laufe der Evolution auch nicht entstanden. Entscheidend ist der ethische Umgang mit diesen Fähigkeitsprofilen, nicht die Geschlechtszugehörigkeit.

Zurück zum Problem der Geschlechtlichkeit: Unsere Geschlechtsunterschiede verkörpern unwiderrufliche evolutionsbiologisch bedingte "Vorentscheidungen" der Natur, die uns von Geburt an begleiten und unsere männliche und weibliche Identität ausmachen, gleichwohl aber nur einen relativen Charakter haben. Das heißt, sie spielen in einem Konzert mit all den Prägungen, die wir im Laufe unseres Lebens ausbilden, sind aber gleichwohl die Hardware, die Basis, die allem späteren zugrundeliegt. Ein Mann wird also immer ein Mann bleiben, eine Frau eine Frau. Dieses Basishafte bezeichnen wir als Geschlechtlichkeit, und dieses Fundament sorgt dafür, daß auch die intellektbetonteste Frau, der sensibelste Mann immer noch als sexuell anziehend und als Frau bzw. Mann erlebt werden. Geschlecht ist also das unhinterfragbare Fundament eines jeden Individuums, wie es sich auch entwickeln mag.

Männlichkeit und Weiblichkeit sind spezifische und komplementäre "Auslegungen" unseres allgemeinen Menschseins, die sich einem Selektionsdruck verdanken, also das Überleben der menschlichen Spezies gesichert haben. Hierzu zählen neben den primären Geschlechtsmerkmalen, die unmittelbar das Überleben der Art durch Fortpflanzung gewähren, auch die vielen sekundären und "tertiären" Geschlechtsmerkmale, also die spezifischen Talente, die uns als Männern und Frauen gegeben sind und die eng mit unseren primären Aufgaben des Gebärens und der materiellen Überlebenssicherung zusammenhängen. Ein Beispiel für diese "nachgeordneten" Geschlechtsmerkmale ist die dringliche Sexualität von Männern, die der Fortpflanzung der menschlichen Spezies dienlich ist. Ein anderes ist die starke Fürsorglichkeit von Frauen, die das Überleben des Nachwuchses sichert. Trotz alledem verfügen sowohl Männer als auch Frauen über ein Grundmaß an sexuellem Verlangen und Fürsorglichkeit, über ein Grundmaß aller menschlichen Eigenschaften.

Man muß sich also außerdem klarmachen, daß genau diese Spezifizierung mit dem Begriff der Geschlechtlichkeit benannt wird. Mehr nicht. Wir sprechen also lediglich von relativen Unterschieden, von Spezifizierungen der uns allen gegebenen menschlichen Fähigkeiten. Lediglich dieses Momentum bezeichnen wir mit dem Begriff Geschlecht. Es handelt sich also nicht um absolute Eigentschaften, was auch völlig absurd wäre, sondern lediglich um unterschiedliche Gewichtungen.

Der Gender-Gemeinde muß also noch wohlwollend nahegebracht werden, daß wir nur über bestimmte quantitative Unterschiede sprechen und genau diese Unterschiedlichkeit mit dem Begriff Geschlecht in Worte fassen. Männlichkeit und Weiblichkeit beschreiben also keine sich ausschließende Totalität bestimmter Eigenschaften, sondern lediglich das Moment der evolutionsbiologisch bedingten Abweichung, der Differenzierung. Wobei der Begriff Geschlecht primär den Vorgang der Fortpflanzung benennt und erst sekundär die vielen weiteren Unterschiede von Mann und Frau erschließt.

Nichtsdestotrotz empfinden wir das andere Geschlecht erotisch als absolutes Gegenteil. Denn es gibt keine halben Männer und halben Frauen. Seien unsere psychischen und physischen Geschlechtsunterschiede auch nur ein Teil unseres Menschseins, so machen sie doch in ihrer Gesamtheit eine Wesenhaftigkeit aus, deren Empfinden natürlich evolutionsbiologisch bedingt ist. Ebenso wäre es absurd, wenn unser starkes Begehren und unsere emotionale Wahrnehmung des anderen Geschlechts nicht etwas Absolutes und Einzigartiges hätten und in dieser Weise evolutionsbiologisch "abgesichert" wären. Es ist leider hoffnunglos zu versuchen, diese Gegebenheiten einem Gender-Theoretiker nahezubringen, der nicht selten "homosexuell" ist und vielleicht deshalb etwas begriffsstutzig hinsichtlich der geschilderten evolutionsbiologischen Realitäten und der Bedeutung der Fortpflanzung.

Mit den Wörtern Mann und Frau meinen wir also zu allererst die Ebene der Fortpflanzung. Da die Notwendigkeit der Fortpflanzung evolutionsbiologisch auch zu klaren und eindeutigen Wesensunterschieden von Männern und Frauen geführt hat, werden jene logischerweise ebenfalls mit diesen Begriffen erschlossen. Diese einfachen Zusammenhänge machen das Wesen des Begriffs Geschlecht aus.

Wir tragen also als Menschen einen festen Anteil psychisch-physischer "Geschlechtlichkeit" in uns. Hierbei handelt es sich tatsächlich um einen unveränderlichen, ausschließlich biologisch bedingten Anteil. Dieser wird uns unser ganzes Leben lang begleiten. Warum sollte dieser auch im nachhinein veränderbar sein, wenn unser psychisch-physisches Mann- und Frausein eine überlebensnotwendige Bedingung waren? Diese Fähigkeiten müssen also geradezu biologisch gewährleistet sein. Anders hätte unsere Art und auch jegliche andere Tierart nicht überlebt.

Abgesehen von dieser Geschlechtsdimension unserer Existenz bleibt uns aber noch ein großer Spielraum, uns in die eine oder andere Richtung zu entwickeln. Von dieser ebenfalls sinnvollen und lebensnotwendigen Variabilität ist unsere Geschlechtlichkeit als solche aber völlig unberührt.

Dies ist der Paradigmenwechsel, der uns in der Geschlechterdebatte noch bevorsteht. Wir müssen also begreifen, daß wenn wir wohlfeil über die große Variabilität unseres Mann- und Frauseins reden und die vielen Möglichkeiten sehen, die uns offenstehen, das Moment der Geschlechtlichkeit gar nicht berührt wird. Wir reden von unserem Mann- und Frausein, von unserer Geschlechtlichkeit, meinen aber den Menschen im ganzen, das Individuum. Da wir aber im Zeitalter des "Sexismus" leben, korrelieren wir diese Variabilität zwanghaft mit der Dimension des Geschlechtlichen.

Man kann Gender-Theologen, aber auch anderen vermeintlichen Experten gar nicht oft genug sagen, daß Männer und Frauen ganz nebenbei auch noch Menschen sind und daß diese Kategorie der Geschlechtsdimension übergeordnet ist.

Wir klammern uns also an einer Kleinigkeit, an einem Kapitel des Menschseins fest und verorten dort Dinge, die dort gar nicht hingehören. Wir können diesen Bereich also getrost in Ruhe lassen und uns wichtigeren Aufgaben zuwenden, als aus der Dimension der Geschlechtlichkeit einen Fetisch zu machen und wie Irre an Wahnideen festzuhalten. Ich denke hier nur an Judith Butler, die allerdings wie viele Gender-Theoretiker eine tragische Figur ist, da sie lieber in den Selbstbetrug flüchtet und sich ein Gebäude aus Irrsinn zusammenbaut, als den sexuellen Mißbrauch in ihrer Kindheit zu realisieren.

Eine zusätzliche Schwierigkeit in der Auflösung des Wirrwarrs um den Begriff der Geschlechtlichkeit, die ich hier nur andeuten möchte, besteht darin, daß die saubere begriffliche Trennung zwischen "Geschlechtlichkeit" als solcher und unserem gesamten Menschsein, die ich hier vornehme, sowohl auf psychischer als auch auf physischer Ebene gar nicht möglich ist. Wir können also nicht eindeutig, zumindest nicht bis in letzte Exaktheit bestimmen und quantitativ herausfiltern, welche körperlichen und psychischen Qualitäten bzw. Anteile nun genau "geschlechtlich" sind, also spezifisch "männlich" und "weiblich", und welche unserem allgemeinen Menschsein zuzuordnen sind. Der Begriff der Geschlechtlichkeit dient lediglich dem Zweck, eine prinzipielle und wesentliche, letzthin überlebenssichernde und existentielle Unterschiedlichkeit von Mann und Frau festzustellen, die sich leider nicht leugnen läßt, möchte man manch einem Gender-Theoretiker mitteilen.

Manch einem werden diese Betrachtungen zum Geschlechtsbegriff vielleicht etwas steril oder künstlich erscheinen, und dies ist auch vom Alltagsverständnis her nachvollziehbar. Der Begriff der Geschlechtlichkeit macht aber anders keinen Sinn. Wir müssen schon strikt trennen zwischen Geschlechtlichkeit als solcher, die eine immer gleiche Basis darstellt, und unserer Individualität.

Unsere Geschlechtlichkeit kann per definitionem gar nicht kulturell bedingt sein und darf es per evolutionem auch gar nicht. Unsere Geschlechtlichkeit ist der Teil an unserem Menschsein, der unentbehrlich ist für unser Überleben, sowohl körperlich als auch psychisch. Genau diese Tatsache bezeichnen wir mit dem Begriff "Geschlecht" - mehr nicht. Wir müssen also erst einmal wieder auf den Teppich kommen und begreifen, worüber wir überhaupt reden.

Ich denke, daß sich dieser Paradigmenwechsel aber noch viele Jahrzehnte hinziehen wird. Es bedarf schon einer gewissen Intelligenz und geistigen Unabhängigkeit, um diese Zusammenhänge überhaupt zu begreifen. Dann wäre die Kategorie Geschlecht wieder genauso unwichtig und relativ, wie es für viele andere Themen gilt, die im Lauf der Menschheitsgeschichte zu scheinbar existentiellen Angelegenheiten wurden und wofür wir heute nur noch ein müdes Lächeln parat haben. Im gegenwärtigen "Gender"-Klima ist es aber ausgeschlossen, daß die hier geschilderten leisen und subtilen Wahrheiten je Gehör fänden.

Dazu müssen Gender-Theoretiker und Feministinnen erst einmal ihre Paranoia überwinden und lernen, sich kritisch zu hinterfragen, wozu ich diese Menschen hiermit höflichst auf- fordere.

Die entscheidende Frage lautet also nicht, inwieweit unsere Geschlechtlichkeit kulturell oder biologisch bedingt ist, sondern was der Begriff "Geschlechtlichkeit" überhaupt bedeutet.

Eine der vielen Ironien dieses Szenarios ist die Tatsache, daß Gender-Theoretiker also nicht realisieren, daß die als solche unveränderliche Geschlechtsdimension nur einen relativen Charakter hat, nur einen Teil unseres Menschseins bedeutet und wir deshalb nicht sämtliche menschlichen Werte und Errungenschaften sowie die Rettung der Zivilisation daran koppeln müssen.
Weil "Gender"-Gelehrte die Kategorie Geschlecht aber zu einer absoluten Kategorie auf- blähen, das gesamte Menschsein darunter subsumieren, müssen sie unsere Geschlechts- unterschiede folgerichtig zwanghaft relativieren und als kulturell bedingt darstellen. Sonst wäre ja unsere "Freiheit" passé.

Die Gender-Ideologie läßt sich also folgendermaßen griffig auf den Punkt bringen:

Ein relatives Absolutum muß zu einem absoluten Relativum, also zu einem Nichts, zurechttheoretisiert werden.

Dies hat zur Folge, daß nicht nur einzelne Geschlechtsunterschiede, sondern die Dimension der Geschlechtlichkeit als solche völlig negiert wird und quasi inexistent ist. Gender-Theoretiker haben es also geschafft, mit ihren relativistischen Amokläufen die Kategorie der Geschlechtlichkeit als solche aufzulösen und ihres eigentlichen Sinnes, ihrer Existenzberechtigung zu berauben. Dennoch gebrauchen sie diesen Begriff immerfort, um ihre Heilsvorstellungen zu formulieren. Der Begriff Geschlecht hat durch die Anschauungen von Gender-Theoretikern seinen Sinn verloren. Hier wird deutlich, was für ein Wahngebilde die Gender-Theorie ist, daß es sich um ein quasireligiöses System handelt, das seine spezifische Eigenart den ideologischen Bedürfnissen und Zwecksetzungen seiner Anhänger verdankt.

Dieses unwürdige Schauspiel kann ein Ende finden, wenn Gender-Theoretiker begreifen, daß unsere Geschlechtlichkeit nicht die Welt ist. Dann kann man auch damit leben, daß sie ausschließlich biologisch bedingt ist.

Ich möchte mit diesem Text einmal mehr zeigen, daß man auch als einfältiger Normalmensch wohlbehalten den "Gender"-Dschungel durchqueren kann, ohne die geringsten wissenschaftlichen Kenntnisse oder irgendein "Expertenwissen". Man braucht keine großartigen Studien zu kennen. Es reicht, sich seines gesunden Menschenverstandes zu bedienen.

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