© 2009-2015 Gender - Theorie oder Ideologie?

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- Theorie oder Ideologie?

Gender-Ideologie - eine KurzeinführungWas ist Normativität?Die biologische Dimension unseres Mann- und FrauseinsEin kritischer Blick auf die GeschlechterdebatteWarum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich biologisch bedingt?Die Polarität Mann-FrauDas Pamphlet einer Gender-Forscherin - Sigrid Schmitz dekonstruiert

Was ist Normativität?

Wenn man die Gender-Ideologie und Ideologien überhaupt verstehen will, kommt dem Begriff der Normativität eine Schlüsselbedeutung zu. Dieser bezeichnet eine unbewußte, wertende Voreingenommenheit bezüglich bestimmter Fragestellungen und Themen, einen zwecksetzenden Zugang zu an sich neutralen Frage- und Problemstellungen, der eine unabhängige Beantwortung verhindert und wissenschaftlichen Prinzipien zuwider läuft.

Im Rahmen der Gender-Ideologie bedeutet dies, daß beispielsweise die kulturelle Perspektive in bezug auf die Erklärung von Geschlechtsunterschieden unmißverständlich als etwas Forschrittliches und dem Ziel der Gleichberechtigung entgegenkommend betrachtet wird. Die kulturelle Perspektive besteht also nicht für sich, als neutrales Erklärungsmoment, auf das man auch zu verzichten bereit ist, sondern wird unübersehbar mit gesellschaftspolitischen Zielen oder einer "Emanzipation der Geschlechter" in Zusammenhang gebracht.

Diesen wertenden Gestus, der in einer wissenschaftlichen Perspektive nichts zu suchen hat, kann man mit dem Begriff der Normativität bezeichnen.

Man ist also von vornherein befangen und nicht offen in jede Denkrichtung. Bestimmte Betrachtungsweisen und Deutungsmuster werden von vornherein bevorzugt, da sie z.B. gut ins politische Konzept oder persönliche Weltbild passen, andere werden blind denunziert oder abgewertet - im Falle der Gender-Bewegung die biologische Erklärung. Wissenschaftliche Fragestellungen werden in Zusammenhang mit politischen Zielen gebracht. Entsprechend agierende Menschen kümmern sich dabei nicht um eine geistige oder wissenschaftliche Ethik, um Neutralität und Unabhängigkeit. Sie sind von einem angeblich Guten beseelt, das ihre Forschungstätigkeit beeinflußt.

Dieses "sogenannte Gute" ist für Gender-Theoretiker die angebliche völlige Gleichheit der Geschlechter, welche unmißverständlich als ein Idealzuständ beschrieben und völlig pauschal mit dem Ziel der Gleichberechtigung ineins gesetzt wird. Auf der anderen Seite werden Forschungsmeinungen, die auf Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern hinweisen, immer wieder ohne jede Begründung oder Darlegung als auf niedere und politische Absichten zurückgehend beschrieben. Auf die konkrete Sachebene oder Argumentationslinie wird meist nicht eingegangen. Dies ist das Grundmuster, durch das sich die normative Haltung in den Gender Studies leicht nachweisen läßt.

Gender-Theoretiker verknüpfen also zwanghaft das legitime Ziel der Gleichberechtigung mit einer möglichen Gleichartigkeit von Mann und Frau bzw. einer angeblichen Illegitimität des Geschlechtsbegriffes. Die Forschungsperspektive der Gleichartigkeit der Geschlechter wird also in einen politischen Rahmen gespannt und zu einer Art Heilslehre.

Dieses Momentum der willkürlichen und interessengeleiteten Bevorzugung einer Erklärungsmöglichkeit bezeichntet man als Normativität. Sie ist quasi das Gegenteil einer deskriptiven Herangehensweise, die keinerlei Erklärungsansatz aus weltanschaulichen oder politischen Gründen bevorzugt und versucht, möglichst neutral an ein Thema heranzugehen.

Zu dem vorliegenden Szenario gehört auch, daß "Gender"-Forscher nicht im geringsten ihr mißbräuchliches und korruptes Handeln realisieren und in einem Habitus auftreten, als sei ihre Forschung völlig unverfänglich und frei von persönlichen Befindlichkeiten oder politischen Vorstellungen. Man kann immer wieder ohne Schwierigkeit die Verblendung von Gender-Theoretikern beobachten, die nicht sehen wollen, wie sie kulturelle Forschungsansätze pauschal aufwerten, biologische wiederum mittels haltloser Unterstellungen abwerten und diskreditieren.

Dieser Sachverhalt ist das Kernthema dieses Artikels und letztlich der gesamten Internetseite, da hier der Hauptkritikpunkt an der Gender-Ideologie liegt.

Es gilt also darzulegen, wie Gender-Forscher systematisch biologische Erklärungen nicht sachlich widerlegen, sondern stattdessen einfach politisch in Mißkredit bringen, und ihre eigenen Ansätze immer wieder moralisch auszeichnen und legitimieren. Man fragt sich, wozu Wissenschaftler es eigentlich nötig haben, auf solch eine verdrehte Weise zu argumentieren.

Im folgenden sollen die Hauptargumentationsmuster beleuchtet werden, die der Aufrechterhaltung der Gender-Ideologie dienen und die Gender-Theoretiker geflissentlich verwenden, um ihre theoretischen Anschauungen zu propagieren und Kritik abzuwehren. Mit diesem Artikel soll gezeigt werden, wie man ohne weiteres die Unwissenschaftlichkeit der Gender-Theorie und ihrer Vertreter belegen kann, indem man in ihren Argumentationen politisch bedingte Verknüpfungen und Wertungen nachweist, die jede wissenschaftliche Forschung diskreditieren. Er soll Aufklärung darüber leisten, mit welchen Kniffen Gender-Theoretiker arbeiten, um legitime und stichhaltige Kritik zu entkräften und ihr Ideologiegebäude vor einem Einsturz zu bewahren. Die folgenden Ausführungen legen dar, wie Gender-Theoretiker und Feministinnen immer wieder die Sachebene verlassen und sich mithilfe von pauschalen Wertungen und Verleumdungen die Welt zurechtzimmern und die Wahrheit beugen.

Sämtliche Lügengebäude und Abwehrsysteme dieser Welt sind durch das Phänomen der Normativität gekennzeichnet, durch eine unbewußt wertende Herangehensweise, in der bestimmte Erklärungs- und Denkrichtungen unabhängig von Sachargumenten von vornherein als positiv bewertet werden, andere wiederum als negativ, so daß immer wieder die gewünschten Ergebnisse produziert werden, das eigene Weltbild bestätigt wird. Besonders deutlich sind diese Mechanismen in totalitären oder religiös-fundamentalistischen Staaten zu beobachten, in denen es nur eine Wahrheit geben darf. In Demokratien ist die Sachlage etwas subtiler, aber prinzipiell dieselbe. Es besteht von vornherein eine geistig perverse Haltung, in der die prinzipielle Offenheit für alle Erklärungsmöglichkeiten nicht mehr gegeben ist, sondern nur ein bestimmter Ansatz favorisiert wird.

Der Nachweis und das Bewußtmachen dieser wertenden, unwissenschaftlichen Haltung ist von entscheidender Bedeutung hinsichtlich der Auseinandersetzung mit der Gender-Ideologie, aber auch mit allen anderen dogmatischen Systemen.

Diese Systeme sind immer durch ein selektives und reduktionistisches Weltbild gekennzeichnet, das an eine Heilserwartung gekoppelt ist, also z.B. die Durchsetzung einer angeblich gerechten Gesellschaft oder die Beseitigung scheinbarer, meist konstruierter Mißstände. Zusätzlich ist man auf ein klares Feindbild fixiert, dessen Bedeutung überbewertet und dem alle möglichen Übel angedichtet werden. Dieses Feindbild sind für Gender-Theoretiker, die vielen angeblichen "Rollenbilder", die uns zu Männern und Frauen "machen". Andere Ursachen unseres Mann- und Frauseins sind von vornherein und per se ausgeschlossen. Denn sie laufen den politischen Vorstellungen von Gender-Ideologen zuwider.

Normativität ist also zunächst erst mal nur ein anderes Wort für Ideologie, für ein goldenes Kalb, das angebetet wird. Darüberhinaus lassen sich aber bestimmte Aspekte und Mechanismen von Ideologien damit gut beschreiben.

Nichtakademiker müssen sich von solch einem Begriff nicht einschüchtern lassen, denn dieser bringt eigentlich nur ganz einfache Dinge auf den Punkt, die sogleich erklärt werden und für die man sonst viele Worte bräuchte.

Zudem sind auch zahlreiche Professoren und sogenannte Intellektuelle nicht in der Lage, den Begriff der Normativität in Gänze zu verstehen, sein Potential auszuschöpfen und ihn kritisch anzuwenden. Gerade weil diese ihre eigene Normativität, ihre unbewußte Unterwerfung gegenüber dem Zeitgeist nicht durchschauen. Sie sind vielmehr häufig identisch mit dem sogenannten Guten, dem Verblendungszusammenhang und den Verleugnungszuständen einer Gesellschaft.

Man kann übrigens gerade an Gender-Theoretikern studieren, wie wenig diese von ihren eigenen Begrifflichkeiten verstehen und in welch einseitig-tendenziöser Weise sie diese verwenden. Man denke hier nur an den Begriff der Geschlechtlichkeit, der von Gender-Theoretikern zu einem beliebigen Etwas umgeformt wird. Die von Gender-Theoretikern postulierten, über Mann und Frau hinausgehenden "Geschlechter" sind Nonsens, da sie keine Fortpflanzungskomplementarität darstellen. Auch eine Indeterminierung oder Auflösung des Geschlechtsbegriffs ist sinnlos, da nun einmal die sexuelle Komplementarität von Mann und Frau ein empirisches Faktum ist. Da kann man sich noch sehr an politische Wunschphantasien und persönlich bedingte Eskapismen klammern.

Mit dem Begriff der Normativität läßt sich der pseudowissenschaftliche Grundcharakter der Gender-Ideologie gut darstellen. Man ist auch nicht unbedingt angewiesen auf diesen Begriff, um die Verlogenheit und Unwissenschaftlichkeit der Gender-Theorie darstellen zu können. Dies kann man auch mit einfacheren Worten tun und braucht nicht viel Intelligenz, um den zweckgerichteten und religiösen Charakter der Gender-Ideologie zu durchschauen. Der einfache Zeitgenosse merkt sehr schnell, daß hier etwas nicht stimmt.

Der Begriff der Normativität ist allerdings hilfreich, da dieser der zentrale Begriff ist, um wissenschaftliches von unwissenschaftlichem Denken zu unterscheiden. Wissenschaftliches Denken zeichnet sich durch eine nichtwertende Perspektive aus.

Es geht also ganz allgemein darum, die Korruptheit der Gender-Theorie darzulegen, den Mißbrauch der wissenschaftlichen Sphäre für partikulare Interessen. Dies genügt bereits. Man braucht also nicht großartig zu argumentieren, warum unsere Geschlechtlichkeit biologisch bedingt ist, warum kulturelle Erklärungen unplausibel sind. Es reicht bereits, das illegitime Streben und die politischen Verknüpfungen hinter den zwanghaften kulturellen Erklärungsversuchen von Gender-Theoretikern aufzudecken, den Prostitutionscharakter der Gender-Heilslehre.

Ist dies geschehen, kann man im übrigen auch realisieren, wie unwichtig eigentlich die Frage nach den Bedingungen unserer Geschlechtsunterschiede ist, und braucht sich nicht mehr um biologische oder kulturelle Antworten zu kümmern, da nun der politische Mißbrauch dieser Fragestellung aufgedeckt ist. Die politischen Heilsvorstellungen und Legitimationsbedürfnisse hinter den Machenschaften von Gender-Ideologen sind nun entlarvt und machen deutlich, daß hier eine relativ unbedeutende wissenschaftliche Fragestellung mißbraucht wurde.

Ein einfaches Beispiel für eine unwissenschaftliche Haltung läßt sich an einem bekannten Fall der Wissenschaftsgeschichte illustrieren: Am Umgang der Katholischen Kirche mit Galileo Galilei. Wenn man - wie die damalige Kirche - der Auffassung ist, es sei gut und wünschenswert, daß die Sonne um die Erde kreist, und man nichts für die Vorstellung übrig hat, daß sich die Erde um die Sonne dreht, läßt sich die Fragestellung, wie unser Sonnensystem aufgebaut ist, natürlich nicht seriös behandeln. Hier handelt es sich um eine normative Haltung, die einer sachlichen Auseinandersetzung im Wege steht und natürlich den Machtinteressen der Kirche entsprach. Eine bestimmte Erklärungsrichtung oder Sichtweise wird bevorzugt, eine andere hingegen abgewertet, mit negativen Verknüpfungen versehen - unabhängig davon, wie plausibel nun die eine oder andere Erklärung sein mag. Es werden also sachfremde Dinge in eine wissenschaftliche Fragestellung einbezogen, wie wir dies auch bezüglich der Frage nach den Ursachen der Geschlechtsunterschiede bei Gender-Theoretikern immer wieder feststellen können.

Dieser Punkt der negativen bzw. positiven Verknüpfung ist der entscheidende hinsichtlich einer unwissenschaftlichen Haltung und hinsichtlich der Auseinander- setzung mit Ideologien.

Diese Verquickungen sind Ideologen meist völlig unbewußt und sie lassen sich leicht herausarbeiten. Eine solche Verquickung bestünde natürlich auch, wenn ein Mensch es für gut hielte, wenn sich die Erde um die Sonne dreht. Wenn er mit diesem möglichen Ergebnis einer Fragestellung positive politische oder religiös-moralische Attribute verbindet. Es sind also in erster Linie nicht die unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten von Belang, sondern deren politische und moralische Kontextuierung.
Für genau diesen Zusammenhang steht der Begriff der Normativität. Für die Vergiftung der Sachebene durch politisch und subjektiv bedingte Wertungen.

Es sind also die meist unausgesprochenen Verknüpfungen und Zwecksetzungen, die eine unwissenschaftliche Haltung ausmachen. Diese gilt es nachzuweisen, wenn man der Gender-Ideologie zu Leibe rücken will.

Dieser Nachweis ist natürlich leicht zu führen im Hinblick auf die Gender-Theorie, da hier ständig, in fast schon peinlicher Weise ein emanzipatorischer Anspruch mitschwingt und das Ziel der Gleichberechtigung mit dieser Theorie in Verbindung gebracht wird. Man fragt sich, was eigentlich vom wissenschaftlichen Apparat der Universität und der Qualität der Lehrenden zu halten ist, daß solch eine Pseudowissenschaft dort geduldet wird.
Auch jede andere wissenschaftliche Theorie muß sich diesem kritischen Blick unterziehen und auf eine politische Zweckgerichtetheit oder auch nur subjektive Befangenheit hin überprüft werden. Dieser Nachweis ist eigentlich ohne Schwierigkeit zu erbringen und es verwundert sehr, wie wenig das Augenmerk hierauf gelenkt wird.

Ein weiterer Entlarvungspunkt besteht darin, daß biologisch argumentierenden Debattenteilnehmern geradezu zwanghaft ein politisches Interesse unterstellt wird, nämlich ein konservatives Weltbild. Gender-Theoretiker projizieren als die eigenen, leicht nachweisbaren politischen Motivationen auf ihre Kritiker und Gegner, gleichwohl ohne auch nur den leisesten Versuch zu unternehmen, diese konservativen, "zweigendernden" Absichten plausibel zu machen. Vielmehr arbeitet man hier mit einem Holzhammer und diffamiert nach Lust und Laune. In bezug auf die Gender-Theorie muß also gezeigt werden, wie biologische Erklärungsversuche durchgehend über willkürliche Unterstellungen diskreditiert und in einen negativen Kontext gerückt und wie kulturelle Erklärungsansätze immer wieder mit politischen Idealen wie dem der Gleichberechtigung verknüpft werden.

Die Ansichten und Begründungen von Menschen, die eine normative, also implizit politisch ausgerichtete Haltung haben, zeichnen sich meist durch klare Anhaltspunkte aus wie z.B. teils sehr drastische logische Inkonsistenzen, Diffamierungen, Belastungseifer, Unterstellungen, sachlich nicht begründbare Verknüpfungen und eine gewisse emotionale Zwanghaftigkeit und Fixiertheit, mit der an bestimmten Vorstellungen festgehalten wird. Diese Charakteristika kann man in Texten der Gender-Gemeinde in Hülle und Fülle studieren.

Es schwingt dort immer eine unausgesprochene politische Dimension mit, die nicht selten auch laut und unbekümmert herauskrakeelt wird.

In der Geschichte der Menschheit gibt es zahlreiche Beispiele, die zeigen, wie normative Auffassungen dem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt oder einfach der Wahrheit im Wege standen, da bestimmte Forschungs- und Denkansätze beispielsweise den Herrschaftsanspruch der Kirche oder der Regierenden sowie deren Dogmen und Systeme infrage stellten.

Heute stellt die biologische Fragestellung in bezug auf die Ursachen der Geschlechtsunterschiede oder die simple Fragestellung, wo Männer benachteiligt und in Mißkredit gebracht oder Frauen auf illegitime Weise bevorzugt oder bevorteilt werden, den Herrschaftsanspruch und die Deutungshoheit von Gender-Theoretikern, Feministen und "Gleichberechtigungs"-Ideologen infrage. Ihre Normativität besteht darin, daß für sie biologische Erklärungen nicht erwünscht sind, abgewertet werden und sie nicht für sich behandelt und diskutiert werden, sondern ihnen immer eine politische Absicht unterstellt wird. Es ist kein Zufall, daß sich diese pauschale Diffamierungsstrategie in sämtlichen totalitären Systemen wiederfindet.
Anderes haben Gender-Theoretiker meist auch nicht zu bieten, als mit Mutmaßungen und Suggestionen biologische Erklärungsversuche in ein schlechtes Licht zu rücken. Diese vermeintlichen Absichten sind dann der Hebel, mit dem Gender-Ideologen die zugrundeliegenden sachlichen Anschauungen verwerfen und von sich weisen, oft ohne sie einer nüchternen und neutralen Prüfung unterzogen zu haben.

Vereinfacht gesagt werden Kritikern immer nicht vorhandene oder nicht nachweisbare negative politische Absichten unterstellt, während Gender-Theoretiker und Feministinnen ihre eigenen tatsächlich vorhandenen politischen Absichten entweder leugnen oder nichts Anstößiges dabei finden, unter diesen Bedingungen wissenschaftliche Fragestellungen zu behandeln.

Dieser Sachverhalt diskreditiert eigentlich jede wissenschaftliche Theorie. Man schämt sich in diesem Milieu ja noch nicht einmal, die eigenen wissenschaftlichen Bestrebungen als dezidiert "feministisch" zu bezeichnen.

So sieht das Grundarrangement der "Gender-Normativität" aus. Es kann also nicht sein, was nicht sein darf. Mit diesen Worten ist das Phänomen der Normativität kurz erklärt. Es geht also um eine wertende, illegitime Haltung, die jedem seriösen Denken Hohn spricht. Diese Haltung kann man immer wieder in den Schriften vieler akademischer "Gender"-Ideologen, wie z.B. Sabine Hark, Sigrid Schmitz oder auch Judith Butler zwingend und objektiv herausarbeiten. Es ist schade, daß sich kaum jemand dieser Aufgabe annimmt und die unwissenschaftliche und korrupte Geisteshaltung dieser Vertreter der Öffentlichkeit präsentiert. Dies ist die Hauptaufgabe, die auch bei allen anderen Pseudowissenschaften und Ideologien zu erledigen ist.

Eine deskriptive Haltung ist Grundvoraussetzung für den wissenschaftlichen Prozeß, aber natürlich auch für jeden seriösen Diskurs. Man muß also auch für die unangenehmsten und gesellschaftlich am wenigsten geschätzten Erklärungsmöglichkeiten offen sein. Man muß unabhängig von den verschiedensten gesellschaftlichen Wertungen auf die Wirklichkeit blicken. Normativ grundierte Feststellungen wurzeln meist nicht in der Sachebene, sondern basieren auf willkürlichen Werturteilen, Zuschreibungen und Behauptungen, die Menschen meist unbewußt und mit einem ideologischen Habitus fällen und die gesellschaftlich etablierten Verleugnungszuständen entsprechen. Es wird unterschweillig oder offen mit einem wertenden politisch-moralischen Gestus argumentiert.

Der Argumentationscharakter besteht meist darin, bestimmte gesellschaftlich präferierte Erklärungsmuster und Sichtweisen wie z.B. die Natürlichkeit der Homosexualität unterschwellig für gut und unbestreitbar zu erklären und mit wünschenswerten politischen Idealen, die meist von allen geteilt werden, in Verbindung zu bringen. Die präferierten Sichtweisen werden mit positiven, legitimierenden Etiketten versehen, während die Gegenseite willkürlich mit negativen, dämonisierenden Attributen in Verbindung gebracht wird, die es ermöglichen, jenseits der Sachebene Kritiker zu diskreditieren.

So wird beispielsweise der Behauptung eines pathologischen Charakters der Homosexualität häufig und empört entgegengeworfen, man wolle Homosexuelle diskriminieren, Homosexualität verbieten, oder man habe nichts aus der Geschichte gelernt. Hier wird also unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß die naturalisierende Erklärung mit Idealen verknüpft wird, die unabhängig von dieser Erklärung existieren und natürlich auch bei einem krankhaften Charakter der Homosexualität angestrebt werden können.

Auf diese Weise zeigt sich plastisch, was mit dem etwas komplizierten Begriff der Normativität zum Ausdruck gebracht werden soll: Die Sachebene interessiert nicht - dies und jenes darf einfach nicht sein.

Im Rahmen der Gender-Ideologie werden Menschen schnell als "Biologist", "Antifeminist", "Sexist", "rechts" oder Ähnliches beschimpft, ohne daß die Berechtigung dieser Prädikate ernsthaft überprüft oder auf die Sachebene eingegangen wird. Nicht zuletzt sind viele dieser von Gender-Theoretikern ausgestellten Prädikate auch für eine Sachdiskussion völlig irrelevant.

Es handelt sich bei diesen Bezeichnungen meist um begriffliche Schimären, die in einer inhaltsleeren Weise gebraucht werden und nichts weiter transportieren sollen als "Du bist böse.", "Das darf nicht sein.". Fragen danach, was diese Begriffe eigentlich bedeuten sollen, werden meist abgewehrt. So wird man selten hören, was mit dem Wort "biologistisch" eigentlich gemeint ist bzw. was daran eigentlich so schlimm ist.

Gender-Theoretiker scheinen sich damit zu begnügen, sich allein auf einer politischen Ebene zu bewegen und in Diskussionen oder ihren Schriften willkürlich Prädikate zu verteilen und somit unliebsame Argumente abzubürsten, ohne sich ernsthaft und redlich mit ihnen zu beschäftigen. Wer beispielsweise ein biologisches Argument anführt, um den geringen Anteil von Frauen in den Naturwissenschaften zu erklären, dem wird wie im Falle des ehemaligen Harvard-Präsidenten Larry Summers ohne Begründung "Biologismus" vorgeworfen.

Was will man damit sagen? Bedeutet "biologistisch", daß ein Erklärungsversuch unplausibel ist? Oder gar bösartig? Was ist an einer biologischen Erklärung so schlimm? Ich selbst kann den geringen Anteil der Frauen in den Naturwissenschaften nach meinem Dafürhalten sehr plausibel begründen. Aber darum geht es nicht. Die Stichhaltigkeit der Argumentation oder die prinzipielle Möglichkeit, daß Herr Summers einfach recht hat, interessiert nicht. Das, was Summers zum Ausdruck bringt, darf einfach nicht sein - es darf keine biologischen Ursachen für geschlechtliche Disparitäten geben. Zumindest nicht in Bereichen, die Feministinnen als Gradmesser für die Gleichberechtigung der Frau auserkoren haben. Summers Anschauungen sind also per se illegitim, weil sie angeblich niederen Motiven entstammen und zweckgerichtet sind. Natürlich wird diese angebliche Zweckgerichtetheit mit keinem Wort begründet. Es laufen hier also Mechanismen ab, die man mit dem Zeitalter der Aufklärung eigentlich zu überwinden gedachte.

Die meist völlig willkürlichen negativen Verknüpfungen, zu denen auch der Vorwurf des Neokonservatismus, des Rechtsextremismus oder der "Rückwärtsgewandtheit" gehört, haben einen Selbstzweck und man hält es nicht für nötig, sie seriös zu begründen oder zu hinterfragen, der Gegenseite eine faire Chance einzuräumen. Deren Sachargumente unabhängig von Unterstellungen und möglichen Weltbildern zu behandeln. Der Fall Galilei ist hierfür eines der anschaulichsten Beispiele. Man fühlt sich bei diesem von Gender-Theoretikern inszenierten paranoiden Schauspiel unfreiwillig an die Heilige Inquisition, Hexenprozesse oder die Verfolgung von Andersdenkenden in totalitären Systemen erinnert.

Ähnlich wie in Diktaturen werden Kritiker mit bestimmten kanonisierten und reflexhaft ausgesprochenen Etiketten versehen, die sie bloßstellen und diskreditieren sollen. Eine faire und ernsthafte Prüfung der Argumente, die eine mögliche vollumfassende Falschheit der eigenen Position miteinschließt, findet nicht statt. Diese eigentlich selbstverständliche Voraussetzung einer wissenschaftlichen Haltung wird man bei Vertretern der Gender-Theorie aus nachvollziehbaren Gründen vergeblich suchen. Denn dann wäre auch das schöne Ziel der vermeintlichen Gleichberechtigung, um das es ja eigentlich geht, mit einem Mal passé.

Normativität läßt sich also schon daran nachweisen, wie Gender-Forscher die biologische Erklärung und deren Vertreter willkürlich delegitimieren und in den Schmutz ziehen.

Gender-Theoretiker bewegen sich also förmlich mit "Etikettierroutinen" in der Debatte. Es erfüllt einen regelmäßig mit Schaudern, wenn man bedenkt, daß diese Art der Argumentation von Menschen vollführt wird, die sich als Wissenschaftler verstehen und selbst ständig mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit bei der Hand sind. Daß es sich hierbei um Universitätswissenschaftler handelt, deren Tätigkeit und Berufsethos auf der Kenntnis der Begriffe Normativität und Deskriptivität beruhen. Diese sind sozusagen die Säulen, auf denen wissenschaftliche Arbeit ruht.

Anstatt also auf einer rein sachlichen Ebene und fair - ohne Unterstellungen und Zuschreibungen, ohne politische Kontamination - zu argumentieren, begnügen sich Gender-Ideologen fast immer damit, beliebige Zuschreibungen und Etiketten zu verteilen, die klarstellen, wer gut und wer böse ist, und die dafür sorgen, daß bestimmte Denkansätze und Fakten diskreditiert und moralisch-politisch "entsorgt" werden können.

Diese Dynamik, dieser Ideologiecharakter fällt den Protagonisten allerdings nicht im geringsten auf. Sie sind sich nicht bewußt, daß sie die Wissenschaft prostituieren und einen Götzen anbeten, eine vermeintliche "Gleichberechtigung", eine Befreiung von angeblichen "Rollenbildern".
Gegen die "Argumente" solcher Gutmenschen und Eiferer läßt sich freilich schwer argumentieren, da sie sich ausschließlich auf einer normativen Ebene bewegen und ihre Argumente bereits unreflektierte pauschale Wertungen und Verquickungen enthalten. Wer diese Verknüpfungen hinterfragt, erntet meist ungläubiges Staunen.

Die jeweiligen normativen Vorstellungen wie z.B. die Annahme, daß ein geringer Frauenanteil in irgendeinem Bereich nur Ausdruck von Benachteiligung oder gesellschaftlichen Zwängen sein kann, erscheinen Feministinnen, Gender-Ideologen und auch vielen anderen angepaßten Menschen so selbstverständlich und unhinterfragbar, daß sie ihren wertenden und beliebigen Charakter gar nicht wahrnehmen, sondern glauben, die sachliche Begründetheit ihrer Vorstellungen sei das Selbstverständlichste von der Welt.
So geht man beispielsweise häufig davon aus, daß es "gut" und ohne weiteres mit dem Ziel der Gleichberechtigung zu begründen sei, daß der Frauenanteil in Führungspositionen oder bestimmten Branchen steigen soll. Weil es angeblich "schlecht" ist bzw. ein Mißstand, daß dort so wenig Frauen vorzufinden sind. Hierbei wird sofort wertend vorausgesetzt, daß Männer und Frauen gleich und daß diese Zustände nur auf Benachteiligung zurückzuführen seien. Diese pauschalen Wertungen sind das Entscheidende. Man kann dieses und jenes mutmaßen, ob Disparitäten zu welchem Grad auch immer auf Benachteiligungen oder "Rollenbildern" basieren. Man kan vieles. Welche Prozentverhältnisse eine ideale Gleichberechtigung repräsentieren, wissen wir nicht - und können es auch nie wissen.

Nichtsdestotrotz beklagen sich z.B. Feministinnen darüber, daß bei einem Filmfestival nur wenige Regisseure weiblich sind, und fordern wehklagend, daß Frauen "angemessen repräsentiert" sein müssen. Wobei indirekt schon transportiert wird, daß eine mangelhafte Berücksichtigung von Frauen unbezweifelbar feststeht. Was diese "angemessene Repräsentation" ist, wird natürlich in keiner Weise seriös begründet geschweige denn als mögliches Trugbild hinterfragt. Die angemessene "Repräsentation" von Frauen bei Obdachlosen wird nicht eingefordert. Es ist bei diesen Inszenierungen letztlich völlig unwichtig, ob Frauen tatsächlich "benachteiligt" werden, ob also wirklich ein reales Problem vorliegt.

Entscheidend ist vielmehr die emotionale Dynamik, daß ein angeblicher Mißstand beklagt werden kann und man für dessen Beseitigung eintritt. Die Gewinnmaximierung im Gewissenshaushalt und der Selbstkonzeption sind der eigentliche Beweggrund für das Eintreten gegen eine vermeintliche Benachteiligung. Hier fühlen sich die Gutmenschen aller Systeme wohl. Nun gehört man zu der besonderen Kategorie Mensch, die sich gegen die von einer Gesellschaft "gesetzte" Ungerechtigkeit einsetzt und für eine bessere Welt kämpft. Dies ist von unschätzbarem Wert und macht die Frage nach einer tatsächlichen Benachteiligung zu einer zweitrangigen Angelegenheit - ebenso wie die Frage, ob nicht anderswo viel gravierendere Ungerechtigkeiten existieren, deren Bekämpfung aber nicht gesellschaftlich "subventioniert" ist.

Ob die beklagte Ungerechtigkeit also tatsächlich existiert, ist gar nicht von Belang. Es ist vielmehr das schöne Muster, das man wieder und wieder zeichnen, an dessen Glanz man sich erfreuen und in selbigem man sich sonnen kann. Es handelt sich um eine Art religiöse Liturgie oder einen beschwörenden und identitätsstiftenden Ritus, die das Gewissen aufmöbeln und die Rechtschaffenheit der Gläubigen dokumentieren. Die moralische Gewinnmitnahme, die Selbstbestätigung, daß man reinen Gewissens ist, ein artiger und braver Mensch, der nichts Böses in sich trägt, ist die treibende Dynamik hinter dem Treiben sämtlicher Ideologien - sie entspricht nicht zufällig den moralisierenden und manipulativen Erziehungserfahrungen, die die meisten Menschen als Kinder machen.

Man kann sich also darüber freuen, was für ein guter Mensch man ist und daß man sich im richtigen Bewußtsein befindet, im Einklang mit den Werten einer Gesellschaft bzw. einer Gruppe. Diese Geborgenheit ist für viele Menschen auch heute noch zentral.

Dieser psychologische Hintergrund ist die Basis für die Verblendung von Gender-Theoretikern, die überall nur "Benachteilugng von Frauen" erblicken und sogenannte "Rollenstereotype", die uns angeblich einengen. Ihre Normativität besteht darin, daß diese Interpretationen an sich neutraler gesellschaftlicher Zustände, die auch ganz anders erklärt werden können, von vornherein feststehen und nicht im geringsten hinterfragt werden. Sie sind Teil einer Ideologie, die unkritische und geistesschwache Menschen anzieht. Diese Mechanismen findet man in vollster Ausprägung und Pervertierung in Diktaturen wieder, in gefestigten Demokratien sind sie gleichwohl ebenso vorhanden - nur meist in harmloserer Form.

Das Label der "Gleichberechtigung" fungiert also als eine Art heilige Monstranz, die vor sich hergetragen wird. In diesem Zusammenhang muß man zwanghaft unsere Geschlechtlichkeit kulturell erklären, normative Einengungen postulieren und sich Konstrukte wie eine "gläserne Decke" ausdenken, um diverse Ungerechtigkeitskonstruktionen aufrechterhalten zu können. Diese Dinge werden nicht etwa seriös begründet, sondern sind quasi metaphysische Gegebenheiten.

Zusätzlich müssen biologische Erklärungsversuche ebenso zwanghaft delegitimiert werden. Gender-Theoretiker begnügen sich hier - wie beschrieben - meist damit, daß sie sich sachlich kaum oder nur sehr mißmutig mit der Plausibilität von biologischen Erklärungsversuchen auseinandersetzen, sondern diesen pauschal eine Zweckgerichtetheit und Illegitimität unterstellen. Sie machen sich auch nicht die Mühe, diese angebliche Zweckgerichtetheit oder Normativität zu belegen. Sie steht einfach fest und biologische Argumentationen werden per se als "biologistisch" diffamiert, ohne auch nur im geringsten diese Einschätzung zu begründen geschweige denn zu erläutern, was man eigentlich unter diesem Begriff versteht. Zur Veranschaulichung zwei Zitate von Sigrid Schmitz, einer besonders impertinenten Gender-Forscherin:

Die Biologie wird benutzt, um Geschlechterdifferenzen und Geschlechter- ordnungen in der Gesellschaft als naturgegeben zu legitimieren.

Es ist nicht zu übersehen: biologische Postulate bekommen wieder Aufwind, wenn Arbeitsplätze knapp werden und soziale Versorgungssysteme angeblich nicht mehr finanziert werden können.

In dieser fabulierenden Sprache sind sämtliche Texte von Schmitz gehalten. Man beachte, wie willkürlich in dem zweiten Zitat Begründungszusammenhänge hergestellt werden.

Natürlich ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein erstrebenswertes Ziel. Nur erfordert es heutzutage eine enorme Reflexionsleistung und geistige Unabhängigkeit, um auf den Gedanken zu kommen, daß die Höhe des Frauen- oder Männeranteils in bestimmten Bereichen und das Ziel der Gleichberechtigung nicht im geringsten etwas miteinander zu tun haben. Dies ist eine sogenannte "normative Verknüpfung", eine pauschale Zuschreibung. Hier wird ein an sich neutraler Sachverhalt pauschal negativ oder positiv belegt, ohne daß sich dies seriös begründen ließe. Ein hoher Männeranteil in Wirtschaft, Technik und Politik kann auf Ausgrenzung und Benachteiligung von Frauen zurückzuführen sein - oder schlicht darauf, daß Männer hier ein größeres Interesse aufbringen. Es kann möglicherweise auch auf geheimnisvolle Strahlung einer außerirdischen Rasse zurückzuführen sein - der Fakt unterschiedlicher Geschlechtsverteilung alleine besagt zunächst einmal gar nichts.

Normativität und normative Verknüpfungen sind das Exerzierfeld von Ideologen jedweder Couleur. Ein sogenanntes Gutes wird ohne Sinn und Verstand angebetet. Ein Feminist oder ein Gender-Theoretiker hätte vermutlich große Probleme, die dargestellte Verknüpfung von Gleichberechtigung und Prozentverhältnissen als solche zu begreifen. Dies ist die Tragik von Ideologen. Sie sind blind für den Umstand, daß es sich bei dem von ihnen herbeigesehnten Paradies um eine Schimäre handelt. Daß also ein angestrebtes Ideal mit Dingen verknüpft wird, die mit diesem Ideal nicht notwendigerweise etwas zu tun haben.

Eine Erörterung dieses Begriffes ist deshalb so wichtig, weil Normativität, also die unbewußt wertende Haltung, das zentrale Merkmal von Ideologien ist und sich besonders gut am Beispiel der Gender-Ideologie studieren läßt.

Weitere Beispiele für eine normative Haltung können wie folgt aussehen: Die Erde kann keine Kugel sein, da in der Bibel steht, daß sie eine Scheibe ist. Damit würde man der Heiligen Schrift widersprechen. Außerdem zählt man nun zu den Ungläubigen und betreibt Blasphemie.

Oder: Homosexualität kann nur natürlich sein, schon die Fragestellung nach einer möglichen krankhaften Ursache wie z.B. sexueller Mißbrauch in der Kindheit bedeutet eine Diskriminierung und Abwertung von Homosexuellen.

Oder: Die Frage nach der biologischen Bedingtheit unserer Geschlechtlichkeit ist illegitim, da sie dem Ziel dient, Frauen von bestimmten gesellschaftlichen Bereichen auszuschließen. Folgerichtig dürfen wir uns gar nicht mit biologischen Erklärungsversuchen beschäftigen.

Gelöscht

Bestimmte rein deskriptive Fragestellungen und Deutungsmuster werden also, unabhängig davon, wie sie einmal beantwortet werden oder ob sie sich als stichhaltig herausstellen, mittels pauschaler Wertungen von vornherein diskreditiert und behindert, da sie in den Augen von Ideologen eine Bedrohung für deren Interessen darstellen. Diese Dimension der Interessengeleitetheit würden solche Ideologen allerdings nie eingestehen geschweige denn bei sich selbst wahrnehmen.
Menschen des "Gender"-Spektrums haben einen sehr unbewußten Status und sind sich der tiefenpsychologischen Dynamik, also des Abwehrcharakters und der selbstlegitimatorischen Hintergründe ihrer Vorstellungen völlig unbewußt, so daß sie selbst in dem Glauben sind, sie würden selbstlos für ein unhinterfragbar Gutes eintreten. Und selbstverständlich in völlig legitimer Weise gegen kritische Stimmen und Argumente vorgehen, da diese ja nur das Böse repräsentieren und das Gute behindern wollen. Kritiker und Andersdenkende können dann je nach Ideologie im besten Bewußtsein als "Volksschädlinge", "Antifeministen", "Trolle" oder "Konterrevolutionäre" bezeichnet werden, da sie es wagen, "das Gute" zu hinterfragen. Diese Dynamik läßt sich besonders gut in Diktaturen, aber auch in Sekten studieren.

Es ist dieser Status, der es praktisch unmöglich macht, auf der Sachebene mit diesen Menschen zu argumentieren. Denn man hinterfragt nun die willkürlichen Verknüpfungen der jeweiligen Abwehrsysteme und greift damit ein vermeintlich Gutes an, das um keinen Preis zur Disposition gestellt werden darf. Kritische Fragen, die die beliebigen und unreflektierten Wertungen und den bloßen Behauptungscharakter vieler Argumentationsmuster berühren, werden von diesen geistig von Heilsvorstellungen abhängigen Menschen in der Regel gar nicht verstanden. Es handelt sich bei den jeweiligen Ideologien um ein System von Zwangsvorstellungen, das nur die Kategorien Gut und Böse kennt. Daher werden auch bedrohliche und dieses "Gute" infrage stellende Sachargumente zwanghaft delegitimiert und ignoriert.

Fundamentalisten, ob nun konservativ oder progressiv ausgerichtet, argumentieren überall auf der Welt auf solch eine Weise, um ihre Vorstellungen umzusetzen und sie gegen sachliche Kritik abzuschirmen. Man bezieht sich also wie im Falle von religiösen Fundamentalisten auf unhinterfragbare heilige Schriften und Traditionen oder wie im Falle der "Gender"-Gemeinde auf ebenso unhinterfragbare politische Dogmen, welche wiederum mit einer Aura des Guten und Selbstverständlichen umgeben werden. Häufig wird bei solchen Argumentationen auch ein Bild der Fortschrittlichkeit und moralischen Integrität, Rechtschaffenheit oder Überlegenheit erzeugt.

Auf der anderen Seite - und hier wird es interessant - unterstellt man zwanghaft Kritikern und Andersdenkenden eine Normativität und Illegitimität, die sich aus ihren Argumentationen gar nicht ablesen lassen und die eigentlich kennzeichnend für die Auffassungen von Fundamentalisten sind. Wie in den obigen Beispielen gezeigt, wird einer bestimmten deskriptiven Position, völlig unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch sein mag, Normativität unterstellt, da man mit solchen Ansichten oder Positionen angeblich etwas Böses bewirken möchte oder aus einer negativen Absicht handelt, man sich "gegen den Fortschritt" stellt oder Traditionen und Sitten mißachtet. Man begibt sich also auf eine Ebene, auf der auch das beste und plausibelste Sachargument wertlos ist. Hier sind Fundamentalisten an ihrem Ziel: Ihre Angst vor der Wahrheit, vor dem eigenen Lügengebäude erzeugt solche totalitären Fanatismen.

Gerade weil die Sachargumente so plausibel und bedrohlich sind, das sogenannte Gute als bloße Schimäre erkennen lassen und das eigene Weltbild auf keinen Fall einstürzen darf, verläßt man die Sachebene und betritt die künstlich geschaffene Ebene der Normativität. Hier nun ist man frei von jeglichen unangenehmen und mühseligen Verunsicherungen durch Sachargumente und Kritik und kann ganz einfach alle möglichen illegitimen Absichten und kompromittierenden "Weltbilder" unterstellen, um die eigene Verblendung aufrechtzuerhalten und mißliebige Personen und Ansichten zu verleumden.

Diese unterstellte Normativität wird allerdings mit keinem Wort belegt oder nachgewiesen.

Es kommt einzig und allein darauf an, unangenehme Wahrheiten und Sachargumente mittels bloßer Zuschreibungen zu diskreditieren und Menschen in Verruf zu bringen. Diese Zuschreibungen sind meist völlig irrelevant, selbst wenn sie zutreffen sollten. Ihr einziger Sinn und Zweck ist es, sich der Sachdiskussion zu entledigen. Es reicht bereits, den Eindruck zu vermitteln, man selbst stehe auf der Seite des Guten und die Gegenposition bedeute eine Behinderung des Fortschritts.

Wer Gender-Ideologen gegenüber biologisch grundierte Argumente ins Feld führt, dem wird meist etwa nicht auf einer sachlich-deskriptiven Ebene geantwortet, auf der diese Argumente entkräftet werden, sondern dem werden schnell ein "konservatives Weltbild" und "Biologismus" unterstellt oder die Absicht, Menschen etwas vorschreiben zu wollen. Diese Argumentationsfigur, also ein gewisser Unterstellungshabitus, ist eine der geistigen Existenzbedingungen nicht nur von Gender-Ideologen.

Andererseits ist es wiederum ein Leichtes, die unbewußte Normativität - man könnte auch sagen den Fanatismus - von religiösen oder politischen Ideologen zwingend zu belegen. Leider geschieht dies viel zu selten, obwohl hier der entscheidende Ansatzpunkt hinsichtlich einer abschließenden und fundierten Kritik solcher Glaubenssysteme liegt. Es würde ausreichen, systematisch die normative Haltung in den Schriften von Judith Butler oder Sabine Hark und anderen Gender-Theoretikern nachzuweisen und diese Forscher wären der Lächerlichkeit preisgegeben.

Man kann bis in alle Ewigkeit Sachargumente hin- und herschieben. Entscheidend ist es, die unwissenschaftliche Haltung von Gender-Theoretikern darzulegen, das Nichtvorhandensein einer neutralen Perspektive und die prinzipielle Ablehnung bestimmter Erklärungsmöglichkeiten.

Es muß also gezeigt werden, daß Gender-Theoretiker an biologischen Erklärungen gar kein Interesse haben und diese per se ablehnen und diskreditieren. Daß "Gender"-Theoretiker und Feministen sich grundsätzlich außerhalb eines wissenschaftlichen und seriösen Denkens bewegen. Diese ideologische und wissenschaftlich illegitime Verknüpfung von Sachfragen mit politischen Heilsvorstellungen läßt sich sehr leicht belegen, wie sich auf dieser Internetseite studieren läßt. Es geht also weniger um den Wettstreit der sachlichen Argumente für biologische oder "kulturelle" Ursachen der Geschlechtsunterschiede als darum, die unseriöse und korrupte Geisteshaltung von Gender-Ideologen darzulegen.

Das Ergebnis der Sachdiskussion um biologische und kulturelle Argumente steht ja sowieso von vornherein fest. Es geht unseren Freunden ja um die Befreiung der Menschheit von der "Geschlechterordnung", also kann unsere Geschlechtlichkeit nur kulturell bedingt sein. Und den Feinden unserer Freunde geht es ja mit ihren biologischen Erklärungsversuchen ausschließlich um die Legitimierung "herrschender Rollenverhältnisse". Biologische Erklärungen dienen also per se der Aufrechterhaltung von "Heteronormativität", "Sexismus" und "patriarchalen Rollenbildern". Da also der Ausgang des wissenschaftlich-deskriptiven Diskurses von vornherein "feststeht" und unsere Freunde niemals von einer ihnen nicht genehmen Erklärungsmöglichkeit überzeugt werden können, ist es entscheidend, die normative und unwissenschaftliche Grundhaltung von Gender-Ideologen nachzuweisen.
Es gilt zu belegen, daß solche Ideologen in einem paranoiden Wahnsystem leben und ausschließlich auf der normativen Ebene denken. Die deskriptiven Positionen und Ansichten spielen praktisch keine Rolle mehr bzw. haben einen sekundären Charakter und es geht nur noch um einen Kampf Gut gegen Böse, hierbei spielen pauschale dämonisierende und idealisierende Zuschreibungen eine zentrale Rolle. Diesen Mechanismus der Verunglimpfung und des Argumentierens auf einer rein normativen Ebene kann man immer wieder auf beklemmende Weise in Pamphleten von Protagonisten der Gender- und Feminismus- gemeinde studieren.

Es handelt sich also immer um das gleiche Muster, dem Fundamentalisten folgen:
Neutrale Fragestellungen, eine mögliche unangenehme Wahrheit werden von vornherein denunziert und in Mißkredit gebracht, weil diese die jeweilige Ideologie, das goldene Kalb bedrohen, das von ihnen angebetet wird. Dieses goldene Kalb ist so heilig, daß schon die neutrale, für alle Erklärungsrichtungen offene Fragestellung abgewehrt werden muß, obwohl diese Fragestellung ja nur möglicherweise negative Antworten in bezug auf bestimmte Glaubenssätze hervorruft. Es können ebenso gut positive Antworten gefunden werden, z.B. daß unsere Geschlechtlichkeit kaum biologisch bestimmt ist oder daß sich Homosexualität auf natürliche Faktoren zurückführen läßt.

Es läßt sich immer wieder mit Schaudern beobachten, daß Ideologen an dieser entgegengesetzten falsifizierenden Fragestellung überhaupt kein ernsthaftes Interesse haben, daß sie also nur in eine Richtung schauen und diese für sie einen Selbstzweck darstellt.

Um meine Ausführungen zusammenzufassen und auf den springenden Punkt zu kommen: Allein die Möglichkeit, daß die eigenen normativen bzw. ideologischen Vorstellungen sich als falsch oder unplausibel herausstellen könnten, ist so beängstigend und bedrohlich, daß sie entschieden abgewehrt werden muß und auf keinen Fall zugelassen werden darf.

Deshalb meiden Ideologen grundsätzlich die deskriptive Ebene und eine offene, unaufgeregte Debatte, sondern hieven Erklärungsansätze auf eine politisch-moralische Ebene, um sie zu diskreditieren. Sie versuchen also Kritiker zu verleumden und auf eine normative Ebene zu ziehen, um die es ja überhaupt nicht geht. Auf dieser Ebene wird ihnen alles Mögliche unterstellt, sie werden verleumdet, verfemt, es wird ihnen in irgendeiner Weise Schlechtigkeit unterstellt, nur auf die sachlichen Argumente wird nicht eingegangen. Man verknüpft solche Argumente mit einer angeblichen Immoralität und Illegitimität, wie man dies besonders gut in Diktaturen beobachten kann.

Es wird immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß es eigentlich um eine Entscheidung über Gut und Böse gehe, über Wohl und Wehe der Menschheit. Dabei handelt es sich um rein deskriptive Fragestellungen ohne politische Konsequenzen.

Wie oben beschrieben werden aber im Rahmen der Gender-Heilslehre genau diese vermeintlichen Konsequenzen ständig halluziniert und an die Wand gemalt, ständig negative Kontexte hergestellt, um die jeweils unangenehme Fragestellung zu diskreditieren, die eigene fetischhafte Perspektive hingegen moralisch zu legitimieren. Es werden also bestimmte sachliche Argumente dadurch verleumdet, daß sie angeblich diese oder jene politischen Konsequenzen hätten bzw. mißbraucht werden könnten. Die sachlichen Argumente interessieren also gar nicht, sondern nur deren vermeintliche gesellschaftspolitische Dimension. Sachfragen werden nur indirekt über diese Verquickungen erörtert. Entscheidend ist nicht, ob etwas richtig oder falsch ist, plausibel oder unplausibel, sondern wie sich etwas in die ideologischen Vorstellungen und Weltverbesserungsphantasien von Gender-Theoretikern einbinden läßt. An dieser Stelle sei noch einmal beispielhaft an das Auftreten der Katholischen Kirche zu Zeiten Galileis oder Darwins erinnert.

Gender-Ideologen bewegen sich also ständig auf genau der Ebene, die sie anderen unterstellen. Die angeblichen politischen Verknüpfungen die Gender-Theoretiker ihren Gegnern andichten, finden sich bei ihnen selbst zu Hauf. Zu einer völlig unabhängigen sachorientierten Diskussion sind Gender-Ideologen gar nicht fähig. Für sie ist der deskriptive Diskurs unausgesprochen immer mit normativen, also politisch-gesellschaftlichen Konsequenzen verbunden. Gender-Bewegte setzen voraus, daß biologische Erklärungen der Gleichberechtigung entgegenstehen bzw. entgegenwirken - oder daß sie bestimmte "Rollenbilder" legitimieren sollen. Kulturelle Erklärungen unterstützen hingegen angeblich das Ziel der Gleichberechtigung.

Diese Konstellation ist das Grundmuster im Denkgebäude der Gender-Ideologie. Beim normalen Vulgär-Gender-Anhänger, also bei Studenten und Feministinnen, ist dieses Muster in einer besonders primitiven Form ausgeprägt. Hier wird jeder biologische Ansatz prinzipiell ohne eingehende und faire Prüfung blindlings als "biologistisch" bezeichnet. Bei akademischen Gender-Gläubigen ist dieses Muster zuweilen etwas subtiler ausgeprägt. Aber auch hier gibt es äußerst beklemmende Beispiele wie die "Gender-Forscherin" Sigrid Schmitz. Es verschlägt einem hier regelmäßig die Sprache, wenn man sieht, mit welcher Dreistigkeit und Verblendung die biologische Erklärungskategorie delegitimiert und als solche neutrale gesellschaftliche Zustände pauschal als "Geschlechterordnung" bezeichnet werden.

Gender-Ideologen sind also nicht dazu in der Lage, ganz nüchtern und emotionslos in beide Erklärungsrichtungen und völlig losgelöst von der Frage der Gleichberechtigung zu fragen. Es ist immer wieder zu beobachten, wie Gender-Theoretiker ihre Forschungen mit der politischen Dimension verknüpfen, biologischen Erklärungsversuchen unterstellen, man wolle Frauen ausgrenzen oder die Gleichberechtigung unterminieren. Man fragt sich, wie solche Leute eigentlich in unserer Universitätslandschaft Wissenschaftler werden können und als solche nicht nur geduldet, sondern großzügig gefördert werden.

Interessant in diesem Szenario ist zudem, daß Gender-Theoretiker und Feministinnen eine sehr naive Auffassung von Gleichberechtigung als einer Gleichverteilung haben. Diese Gleichverteilung bezieht sich wiederum nur auf Männerberufe und -domänen - und hier wiederum auch nur auf die prestigeträchtigen und herausgehobenen Metiers.

Es ist eigentlich sehr leicht durchschaubar, daß das gesamte Gender-Brimborium nur aufgrund dieser zwanghaften und ideologischen Vorstellung von Gleichberechtigung existiert und im Grunde genommen die wissenschaftliche Sphäre prostituiert, um politische Forderungen zu rechtfertigen und durchzusetzen.

Eine typische Ironie dieser Groteske besteht nun darin, daß sich natürlich aus einer positiven Beantwortung der jeweils angenehmen Fragestellung, also hier der kulturellen Erklärungskategorie, ebenso keine politisch-gesellschaftlichen Konsequenzen ergeben wie aus einer negativen Beantwortung. An diesem Momentum kann man plastisch begreifen, was das Wort "Verknüpfung" im Rahmen von Ideologien bedeutet. Aus einer rein kulturellen Antwort auf die Frage nach unseren Geschlechtsunterschieden läßt sich nicht die Schlußfolgerung ableiten, daß nun alle gesellschaftlichen Bereiche geschlechterparitätisch gestaltet sein müßten - mal abgesehen davon, daß die rein kulturelle Beantwortung den Gedanken der "Geschlechter"-Parität ad absurdum führen würde. Denn dann gäbe es schlicht keine Geschlechter mehr.

Genau diesen Eindruck der politischen Kontextuierung erwecken Gender-Ideologen aber immer wieder. Sie mißbrauchen eine neutrale Fragestellung für politische Zwecke, indem sie aus einer positiven Beantwortung der kulturellen Fragestellung die Schlußfolgerung ableiten, in allen Bereichen der Gesellschaft müßten nun Männer und Frauen zu gleichen Teilen vertreten sein. Von welchen "Männern" und "Frauen" reden Gender-Theoretker hier eigentlich? Und wie steht es mit der individuellen Freiheit? Dürfen "Männer" und "Frauen" keine unterschiedlichen Präferenzen entwickeln?

Auch bei einer rein kulturell bedingten Geschlechtlichkeit ergibt sich kein Handlungsbedarf hinsichtlich einer Gleichverteilung von Männern und Frauen. Hier führt sich die Gender-Ideologie selbst ad absurdum. Nicht nur weil es keine "Geschlechter" mehr zu verteilen gibt, sondern weil für die erstrebte Gleichverteilung das Kriterium "Geschlecht" auf einmal von höchster Bedeutung ist. Gender-Theoretiker sollten also noch einmal ihre Theoriefestigkeit überprüfen.

Die Gleichverteilung der Geschlechter ist eine politische Schlußfolgerung, die sich aus einem "positiven" Ergebnis der kulturellen Fragestellung gar nicht ableiten läßt und davon völlig unabhängig ist. Es sei denn, wir würden in einem totalitären Staat leben, der eine vermeintliche "patriarchale Geschlechterordnung" durch eine realexistierende Gender-Diktatur ablösen möchte.

Gewisse Ähnlichkeiten mit bestimmten historischen Ereignissen sind rein zufällig und natürlich nicht beabsichtigt. Man könnte an dieser Stelle noch einfügen, wie sehr die Gender-Theorie mit der marxistischen Ideologie verbunden ist.

Selbst wenn also unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich kulturell bedingt sein sollte und der Wunschtraum von Gender-Theoretikern in Erfüllung ginge, so ließe sich solch ein Ergebnis einer wissenschaftlichen Fragestellung, welches von seinem Wesen her im übrigen immer nur vorläufig sein kann, nicht zur Rechtfertigung heranziehen, daß es nun unabdingbar sei, daß die gesamte Gesellschaft exakt auf 50%-Verhältnisse getrimmt wird. Oder - so möchte man fragen - ist hier Wissenschaft ausnahmsweise mal nicht vorläufig und dient eigentlich nur als Steigbügelhalter für feministische Interessen?

Wie leicht ersichtlich findet hier genau die Verknüpfung von wissenschaftlicher und politischer Sphäre statt, über die dieser Artikel aufklären möchte. Es ist vielleicht eine schmerzliche Einsicht für Gender-Mythologen, aber unsere Gesellschaft läßt sich nicht so einfach nach totalitärem Muster umgestalten, da solch einem Unterfangen unsere legitimen Freiheitsrechte gegenüberstehen. Gender-Theoretiker müßten also selbst dann unterschiedliche Verteilungen von Männern und Frauen erdulden, wenn das Endziel der Gender-Forschung tatsächlich erreicht werden würde.

An dieser Stelle wird klar, warum es sich bei der Gender-Theorie um eine Lüge handelt und daß Gender-Theoretiker so sehr an der kulturellen Erklärung der Geschlechtsunterschiede hängen, nicht weil diese so plausibel wäre, sondern weil sie Grundlage eines politischen Programms ist. Der Lügen- und Mißbrauchscharakter der Gender-Theorie ist eigentlich leicht zu erkennen. Wir haben es hier mit ähnlich gewissenlosen und geistig korrupten Menschen zu tun wie den Rassentheoretikern der Nazizeit oder angepaßten Wissenschaftlern in kommunistischen Ländern, die ebenfalls die Wissenschaft mißbrauchten, um politisch genehme "Wahrheiten" zu produzieren. Dieser strukturelle Vergleich ist leider sehr zutreffend, auch wenn die Konsequenzen dieser Lügen in anderen Dimensionen liegen. Die Verlogenheit und mangelnde Courage sind dieselben.

Es wundert natürlich, daß Gender-Theoretiker so erpicht sind auf die gleichmäßige Verteilung der "Geschlechter", wenn weite Teile dieser Denkrichtung die Existenz zweier biologischer Geschlechter leugnen oder wie der "Gender-Forscher" Heinz-Jürgen Voß, der übrigens - nur mal so nebenbei bemerkt - "homosexuell" ist, biologische Kategorisierungen auf eine paranoid-scholastische Weise relativieren. Aber dies ist eine andere Geschichte...

Wie schon mehrfach erwähnt ist das Absurde am Schauspiel "Gender-Ideologie", daß hier einerseits ein realer Mißbrauch von Wissenschaft und von der kulturellen Fragestellung stattfindet, andererseits aber diejenigen, die diesen Mißbrauch betreiben, ständig einen vermeintlichen Mißbrauch der biologischen Fragestellung an die Wand malen und herbeiphantasieren. Auch an diesem Momentum wird letztlich deutlich, daß es sich bei der Gender-Ideologie um ein Wahnsystem handelt.

Wieso haben die kulturelle Fragestellung und die Denunzierung der biologischen Erklärungskategorie eigentlich solch ein Gewicht? Warum kümmern sich Gender-Theoretiker eigentlich darum, was für politische Konsequenzen ihre Forschungen haben mögen? Wieso wollen Gender-Theoretiker eigentlich eine zwanghaft nach Männern und Frauen gleichverteilte Gesellschaft?

Sind hier neutrale Forschungsergebnisse Begründung für solch eine tatsächliche Geschlechter-Diktatur oder müssen unbedingt die passenden Forschungsergebnisse herbeiinterpretiert werden, um diese zwanghafte Vorstellung einer "gerechten" Gesellschaft zu verwirklichen?
Dieser ideologische Hintergrund erklärt, warum Gender-Forscher so resolut und tendenziös in die kulturelle Richtung schauen.

An etwaigen biologischen oder kulturellen Erklärungen unserer Geschlechtlichkeit hängen natürlich keinerlei politische Konsequenzen, da das Ideal der Gleichberechtigung von solchen Antworten völlig unabhängig ist. Ebenso ist dieses Ideal völlig unabhängig von irgendwelchen Prozentverhältnissen, da aufgrund vieler Faktoren bei realer Gleichberechtigung durchaus unterschiedliche Prozentanteile von Männern und Frauen entstehen können.

Diese Perversion der normativen Verknüpfung von Erklärungsmöglichkeiten ist sozusagen die Ursünde der Gender-"Szientopathen". Diese Menschen leben in einem paranoiden Wahnsystem aus herbeiphantasierten und konstruierten politischen Konsequenzen und Verknüpfungen und können sich nicht mehr ganz gelassen und ergebnisoffen einer wissenschaftlichen Fragestellung widmen.

Dem psychologisch Kundigen ist sicherlich nicht die emotionale Symbolik hinter diesem Wahnsystem verborgen geblieben. Solch ein paranoides Weltbild entsteht ja nicht von alleine, sondern spiegelt die reale Not und Ausweglosigkeit wider, die viele Menschen als Kinder bei ihren verletzenden und fremdbestimmenden Eltern erleben mußten, die aber meist verdrängt und mithilfe verschiedener Ideologien symbolisch reinszeniert werden. Die Fremdbestimmung wird in der Gender-Ideologie am Thema des Geschlechtlichen inszeniert.

In den jeweiligen Ideologien findet man dann die tatsächliche, aber verdrängte Situation des Kindes wieder - nur in symbolischer Form. In sämtlichen Ideologien lassen sich numinose geheimnisvolle Fremdbestimmungskonstellationen und Tätergruppen wiederfinden, denen entsprechende Opfer gegenüberstehen. Diese suggestiven Bilder haben indes nur wenig mit der Realität zu tun, sprechen aber viele Menschen an, die von ihrer Kindheitsgeschichte nichts wissen wollen und nun ein passendes System haben, um indirekt ihre verdrängten Gefühle artikulieren zu können. Die verdrängten Gefühle des Schmerzes, der Wut und der Ohnmacht können nun in Ersatzbereichen ausgelebt werden. In der Gender-Ideologie wird dieser Ersatzkrieg auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit ausgeführt.

Ein mißachtetes Kind muß sein Leben retten, indem es das Lügen- und Erziehungssystem seiner Eltern verinnerlicht und deren Desinteresse und Lieblosigkeit verdrängt. Die realen Täter werden also idealisiert, während das tatsächliche Opfer, das Kind, all seine berechtigten diesbezüglichen Gefühle verdrängen muß. Es muß seine Wahrheit aufgeben, da sie für ein Kind nicht zu ertragen wäre. Es hat in seiner Not keine andere Wahl als sich an ein Lügengebäude zu ketten, das für ein Kind tatsächlich die "Erlösung" darstellt, da es vollkommen abhängig ist von seinen Eltern. Diese Erlösung suchen dann viele Erwachsene in Drogen, Erfolg, Machterwerb, Utopien, autoritärer Religiosität und vielem anderen - nicht zuletzt darin, die eigenen Kinder "zu zähmen". Sämtliche Ideologien versprechen uns eine Erlösung, die niemals stattfinden wird. Die Verdrängung, die Manipulation und Falschheit führen in eine "bessere Welt", in der unangenehme Wahrheiten, die das Kind nicht ertragen könnte, verleugnet werden können.

Um diese Verdrängung auch im Erwachsenenalter zu gewährleisten, muß ein "sogenanntes Gutes" angebetet werden - die "glückliche Kindheit", die aus Schlägen, Mißachtung, emotionalem Mißbrauch und Verlogenheit bestand. Die "lieben Eltern", die doch alles gut gemeint haben und es nicht besser wußten. Es müssen also ein Lügengebäude errichtet und ein Paradies herbeiphantasiert werden. Diese Strukturen zeichnen sämtliche Ideologien aus.

Die Unwahrheit muß um jeden Preis legitimiert werden, da die Wahrheit zu schmerzvoll wäre.

Und man muß sich gegen "das Böse" verteidigen - die berechtigte Kritik, die emotionale Wahrheit, die Wut über die Verlogenheit und den Mißbrauch, den Schmerz erlittener Mißhandlungen, die authentischen Gefühle des emotional gesunden Kindes. Diese natürlichen Gefühle, wie z.B. der Haß auf die Eltern, waren tatsächlich eine Bedrohung für das Kind. Und mußten deshalb verdrängt werden.

Für dieses sogenannte Böse, das in Wahrheit die echte Identität des Kindes und späteren Erwachsenen ausmacht und jedes Lügengebäude zum Einsturz bringen würde, braucht man natürlich entsprechende negative und diffamierende Zuschreibungen, um es zu delegitimieren, da es die Verdrängung und das Selbstkonzept gefährdet. Es darf auf keinen Fall ernst genommen und muß diskreditiert werden. Anhänger von Ideologien reproduzieren also mit ihren jeweiligen Systemen unbewußt die Muster der Schwarzen Pädagogik, die sie aus ihrer Kindheit kennen. Sie identifizieren sich mit den Erziehungsstrukturen ihrer Eltern, um die Wahrheit nicht ertragen zu müssen. Man denke hier nur beispielhaft an das fanatische Auftreten islamistischer Prediger, die in unerbittlicher und existentieller Schärfe ihren Haß auf Sündenböcke herausschreien und ein vermeintliches Paradies beschwören. Sie brauchen dieses Lügensystem, um sich vor der Wahrheit ihrer Kindheit zu schützen.

Die Gesellschaft akzeptiert auch schwachsinnigste Theorien, um den wahren Grund für solch ein destruktives Verhalten nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen.

Diese Symbolik der emotionalen Verwirrung und Falschheit steht hinter der geistigen Verwirrung von Fanatikern wie Feministinnen und Gender-Ideologen und erklärt deren beklemmende Blindheit und geistige Korruptheit. Es muß also unbedingt ein sogenanntes Gutes angebetet und ein Sündenbock kreiert werden, um nicht realisieren zu müssen, was man in der Kindheit erlebt hat. Die real erfahrene, aber verdrängte Ungerechtigkeit aus Kindheitstagen kann nun also in der Gegenwart im Rahmen einer Heilslehre inszeniert und bekämpft werden. Daher das zwanghafte abstrakt-unverbindliche Konstruieren von Ungerechtigkeiten und Mißständen im Kontext von Ideologien und Fundamentalismen. Leider stellen sich viel zu wenig Menschen die Frage, wo solche Zwangsvorstellungen, wie sie auch bei der RAF oder religiösen Terrorgruppen zu finden sind, ihre Ursache haben könnten. Ideologien und deren Inszenierungen spiegeln ein reales Drama wider, von dem die Gesellschaft leider nichts wissen möchte.

Abschließend bleibt festzustellen, daß es sich beim Phänomen der Normativität also psychologisch gesprochen um einen simplen Abwehrmechanismus handelt, mit dessen Hilfe man sich unangenehme Wahrheiten vom Leibe zu halten versucht und die verdrängte Kindheitsrealität reinszeniert.

Diesmal allerdings aus einer Machtposition heraus, in der man andere die verdrängte Ohnmacht spüren lassen kann.

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